Progressive sind oft blind gegenüber ihrem eigenen Eurozentrismus

Eines der Lieblingsthemen von progressiven Evangelikalen sind die  Defizite ihrer konservativen „Geschwister“ auf allen Ebenen der Lebenstüchtigkeit.
Ganz besonders häufig ist der Vorwurf, dass Konservative gegenüber Menschen mit Migrationshintergrund zu wenig kultursensibel seien.

Meine Beobachtung als theologisch Konservativer ist jedoch, dass gerade die Progressiven mit ihrer Fixierung auf eine liberale Theologie, die ihre beste Zeit an den deutschen  Universitäten des letzten Jahrhunderts hatte einem eigenen Eurozentrismus verfallen sind, der ihnen selber gar nicht klar ist.

Ein gutes Beispiel ist die aktuelle Pro-Kolumne „Mit der Hölle gegen warmgeduschte Wohlfühlgemeinden“ eines der wenigen evangelikalen Großmeister der geschliffen Polemik: Jürgen Mette.

Mette polemisiert in diesem Beitrag gegen Forderungen

konservativer Christen, mehr vom Gericht und Hölle und nichtpermanent nur von der Liebe Gottes zu predigen.

Diese Mette-Polemik ist ein typische Beispiel für die eurozentristische kulturelle Sehschwäche der Progressiven.

Sie geht davon aus, dass das Unbehagen, welches ein typischer deutscher Mittelstands-Agnostiker mit Lehren über einen zornigen Gott hat eine universelle menschliche Reaktion unabhängig von dessen Kultur ist.

Mein Chinesischer Nachbar aber beispielsweise, hätte mit einem zornigen Gott überhaupt keine Probleme. Was für ihn aber unerträglich wäre – als neubekehrter Christ davon auszugehen, in der Ewigkeit von seinen Vorfahren getrennt zu sein.

Der Afghane, dessen Mentor ich beim Glaubenskurs meiner Gemeinde war, hätte NULL Probleme mit einem zornigen, strafenden Gott … für Menschen aus seinem Kulturkreis ist die Lehre von der Feindesliebe aber eine unglaublich grosse Zumutung.

Meine Beobachtung ist, dass die gleichen Leute, die auf Facebook in den Kommentarspalten Mette für seine wohltemperierte Kritik an den Konservativen in den siebenten progressiven Himmel hochjubeln, sonst immer die Bedeutung von Kultursensibilität und der Hinterfragung des eigenen kulturellen Standpunktes in einer multikulturellen Gesellschaft betonen… warum nicht auch bei diesem Thema?

Antwort: Weil ihnen der Eurozentrismus ihres eigenen  progressiv-theologischen Weltbildes gar nicht klar ist.

Linksevangelikale Identitätspolitik und Querfront

Die Transformationstheologie ist ja everybodies darling im Moment: Junge Evangelikale GEGEN US-Imperialismus, Globalisierung, Kapitalismus, Neoliberalismus, FÜR die Erhaltung von Vielfalt in unseren urbanen Kulturen [Anti-Gentrifizierung] und auch bezogen auf ganze Völker, dessen autochtonen Kulturen durch Globalisierung und Kapitalismus zerstört werden … so jetzt kommts: GANZ GENAU SO argumentiert heute auch die Neue Rechte, die AFD und vor allem, ganz genauso argumentiert die reaktionärphilosophische nouvelle vage der IDENTITÄREN … Wenn Du mal hören willst wie diese Botschaft als Bombe mitten in den Reihen vollkommen selbstsicherer Linksevangelikaler hochgeht, so empfehle ich Dir den emergent-Podcast #90 „Was will die Neue Rechte? – Teil 1“ [ bit.ly/2rshc41 ] ganz bis zum Ende anzuhören. Fazit: Die postmoderne Identätspolitik ist der Wegbereiter der postfaktischen neuen Rechten.

Daher lade ich Dich ein umzukehren und dabei mitzuhelfen die evangelikalen Denominationen wieder aus der Hegemonie der Liberalen Theologie der Linksevangelikalen zurückzuerobern. Wie das geht, verrät Dir Al Mohler von den Südlichen Baptisten, die uns das in den 90ern vorexerziert haben -> www.bibelundbekenntnis.de/stellungnahmen/reformation-heute-was-wir-von-den-suedlichen-baptisten-lernen-koennen/