Können Elektronikartikel religiöse Bedürfnisse ansprechen?

Mit dem Erscheinen der iwatch einer bekannten Obstfirma wurde mehr oder weniger offen von „quasi-religiösen“ Reaktionen in den Medien gesprochen. Und in der Tat scheint das Verhältnis der Kunden zu Firmen wie Apple, google und Amazon sich  grundlegend von dem anderer Kundenbeziehungen zu unterscheiden. Nicht nur, dass Journalisten freiwillig Werbung für die Produkte in redaktionellen Beiträgen machen, es werden sogar Bücher geschrieben wie „111 Gründe, Apple zu lieben – eine Verbeugung vor der coolsten Marke der Welt“. Sorry, seit wann verbeugt man sich vor einem Telefonhersteller? Das Thema ist aber zu ernst, um sich lange mit Spott aufzuhalten, denn ich bin davon überzeugt, dass der Mensch ein genuines religiöses Interesse hat. Und auch, dass er über dieses Bedürfnis anfällig für Verführungen ist. Denn wie bei allen Bedürfnissen gibt es Ersatzbefriedigungen, die sich in der Regel durch unangenehme Begleiteffekte auszeichnen und regelmäßig viel Geld kosten. Bevor ich mich mit den Elektrofirmen beschäftige, lohnt sich aber ein kurzer Überblick über die religiösen Umtriebe in westlichen Industrienationen. Im Gegensatz zu kommunistischen Ländern, in denen sich gerne Diktatoren als Ersatzgötter zu Verfügung stellen, dürften bei uns selten Politiker verehrt werden. Auch die sog. „Idole“ Jugendlicher haben nur oberflächliche Gemeinsamkeiten mit Religionen, weil sie nicht in der Lage sind, größere Teile des Lebens zu beherrschen (vielleicht unterschätze ich das aber auch). Es gibt viel offensichtlichere Formen der Religiosität von denen unsere Kultur förmlich durchsetzt ist: es gibt strenge Speisevorschriften, die wenn schon nicht das ewige Leben doch immerhin ein etwas längeres und gesünderes Leben in Aussicht stellen sollen (der wissenschaftliche Nachweis fehlt in der Regel oder ist sogar negativ), die Esoterikabteilungen sind in den meisten Buchhandlungen die größten gleich nach der Belletristik und lassen sich kaum noch sinnvoll eingrenzen. Bücher über Homöopathie, die sich aus dem antroposophischen Menschenbild entwickelt hat, stehen nämlich heute nicht mehr in der Esoterikabteilung, sondern bei den Medizinbüchern! Fengshui findet man unter Inneneinrichtung, Yoga bei Sport und Psychologie und der Buddhismus taucht in fast jedem Zusammenhang auf. Die Aufklärung hat offensichtlich ein Wirrwarr an Aberglauben hinterlassen.

Diesen religiösen Beschäftigungen fehlt aber etwas Entscheidendes: 1. das Allgemeingültige, jemand, der wirklich über allem steht. 2. die Community, also eine „Kirche“. Und genau hier setzen die modernen Konzerne wie Apple, google und Amazon an. Sie sind im Begriff eine Produktwelt zu entwickeln, die tatsächlich das ganze Leben umfassen kann und durch Symbole, Foren vor allem aber durch tragbare Telefone eine Community erzeugt. Und der Eifer ihrer Jünger ist ein Zeichen für den Wunsch, genau diese Macht über allem fest zu installieren. Während man so etwas früher ein „Monopol“ nannte und die Entwicklung eher bedrohlich empfand, scheinen sich heute viele willig bis sehnsüchtig den Giganten hinzugeben. Aber Angst und Verehrung gehen leicht ineinander über, wie seit dem Helsinkisyndrom bekannt ist.

Welche Bedürfnisse befriedigen diese Konzerne nun genau? „Können Elektronikartikel religiöse Bedürfnisse ansprechen?“ weiterlesen

Eine Predigt

Einmal beschlossen einige Blumen, sich nicht mehr zur Sonne hin zu wenden. Sie erklärten den anderen Blumen: „habt ihr noch nicht bemerkt, dass eigentlich die Erde uns trägt und Leben gibt? Wenn wir uns zur Sonne strecken, entfernen wir uns nur von der Erde und werden dem Boden fremd.“ Die anderen Blumen sagten: „aber seht ihr nicht, dass ihr ganz verbogen seid? Und eure Blätter werden schon blass.“ Da antworteten die modernen Blumen: „Das liegt nur daran, weil IHR uns ein schlechtes Gewissen macht. Die Natur hat vorgesehen, dass wir im Boden nach dem Leben suchen, nicht im Himmel. Die Erde können wir fühlen, sie enthält die Nährstoffe, die Sonne ist weit weg.“

Mit dieser bösen Rede verführten sie vor allem viele der jungen Blumen. Die Alten sahen es mit großer Traurigkeit. Aber es schien, dass die Blumenwiese sterben würde. Ein paar der alten Blumen versuchten, sich bei den Jungen beliebt zu machen und senkten ebenfalls ihre herrlichen Blüten zur Erde, und nach einer Weile stand nur noch eine kleine Gruppe aufrecht am Rand der Wiese.

Als der Bauer kam, um seine Wiese zu sehen, blieb ihm fast das Herz stehen: „Hier ist ja alles grün!“ Gegen Ende des Tages war die nutzlose Wiese abgemäht. Nur eine kleine Gruppe am Rand ließ der Bauer stehen.

Über die Forderung „Man muss doch mit der Zeit gehen“

Wenn man nach der Zeit gehen muss, stellen sich zwei Fragen: Woher weiß ich, was die Zeit von mir will? Was passiert, wenn man der Zeit nicht gehorcht? Oder anders gefragt: was bedeutet das „muss“? „Über die Forderung „Man muss doch mit der Zeit gehen““ weiterlesen

Europäischer Menschengerichtshof schwächt nicht die Autonomie der Kirche sondern fordert klare Regelungen

Im konkreten Fall ging es um einen Organisten, dem von der katholischen Kirche wegen „Ehebruchs und Bigamie“ gekündigt wurde. Der europäische Menschengerichtshof hat die Kündigung für illegal erklärt und dem Organisten einen Schadensersatz von 40.000€ zugesprochen.

In verschiedenen Medien und Foren wurde diese Entscheidung vorschnell so verstanden, dass die Autonomie der Kirchen durch das Urteil geschwächt wurde und Ehebruch akzeptiert werden müsse. Genau darum ging es bei diesem Urteil aber nicht, „Europäischer Menschengerichtshof schwächt nicht die Autonomie der Kirche sondern fordert klare Regelungen“ weiterlesen

Warum die Grünen nicht glücklich machen

Wer einen gut lesbaren Überblick über den gegenwärtigen Stand der Glücksforschung sucht, wird möglicherweise mit dem Buch „Die Glückshypothese – Was und wirklich glücklich macht“ von Jonathan Haidt glücklich.
Haidt versucht, moderne Erkenntnisse der Glücksforschung und Weisheiten alter Kulturen in einer gemeinsamen Glücksformel zu vereinigen. Dabei muss man dazu sagen, dass die Auswahl alter Weisheit etwas eng geraten ist, aber interessant sind vor allem seine Informationen zur Forschung. Und obwohl er sich als „liberal“ bezeichnet, drängt ihn sein Forschungsgebiet weit ins Lager der Konservativen – viel weiter, als es ihm selbst bewusst zu sein scheint. Glücklich sind nämlich Menschen, die verheiratet sind, Kinder haben, zu einer Religionsgemeinschaft gehören und in einer Gesellschaft mit klaren moralischen Maßstäben leben.
Gerade die Faktoren „verheiratet“ und „religiös“ sind so mächtig, dass viele andere, kleinere Faktoren sie nicht aufwiegen können. Zur Veranschaulichung konstruierte er zwei Leben, die er folgendermaßen beschreibt: „Warum die Grünen nicht glücklich machen“ weiterlesen

Islamuntericht: Wie Christen und Juden in der Hölle schmoren werden …

[video:youtube:Cw9390nEscI]OK … also ich seh das sportlich … möge die wahre Religion gewinnen 🙂 … gut zwei Anmerkungen aber trotzdem noch
1. Wie insuffizient diese Lehrer der „Religion des Friedens“ sind, erkennt man daran, dass sie genau diesen Jungs keine moralischen Maßstäbe mit auf den Weg geben können, die sie davon abhalten mit ihren Strassengangs ihre Nachbarschaften und Communities zu terrorisieren …
2. Witzig ist der kleine Typ mit der Fellrandkapuze, der kurz vorm einschlafen ist und immer mit dem Kopf nach hinten wegsackt … na ob der überhaupt mitbekommen hat, dass er ein Verräter am Islam ist, wenn er der deutschen Lehrerin, in die er unsterblich verknallt ist im nächsten Winter „Frohe Weihnachten“ wünscht? 🙂

Mit freundlichen Grüßen
wanderprediger
Islamuntericht: Wie Christen und Juden in der Hölle schmoren werden …

Die Bedeutung der Gruppe in der nachchristlichen Gesellschaft

Der Hauptkritikpunkt an der Enthaltung Deutschlands, sich am Lybien-Krieg zu beteiligen, gründet in dem Umstand, dass Deutschland damit allein stehe und sich isolieren könnte.
Der Hauptärger über den Irak-Krieg wurde zumindest angestachelt, als klar wurde, dass Amerika unter Bush einen Krieg, den es für richtig hält, notfalls auch ohne Partner durchzieht.

Da jetzt auch grüne Politiker ganz offen für einen Kriegseinsatz der Bundeswehr sind, wird deutlich, wie sehr gerade diese beiden Punkte ins Gewicht fallen, denn alles, was an trauriger Kriegsphilosophie während des Irakkrieges über deutsche Medien ventiliert wurde, scheint auf einmal weit weg zu sein. „Die Bedeutung der Gruppe in der nachchristlichen Gesellschaft“ weiterlesen

John Piper: Desiring God zum kostenlosen Download

Hallo an alle, ich möchte Euch ein sehr aufregendes Buch empfehlen – John Piper: Desiring God … Wahrscheinlich bin ich eh grad der letzte in der theologischen Blogosphäre, der es liest. Über Facebook habe ich heute eine Meldung von John Piper erhalten, dass es ein paar ältere Bücher von ihm jetzt zum kostenlosen Download gibt -> http://www.desiringgod.org/resource-library/online-books/by-language. Unter anderem eben die oben genannte 2003er-Version seines Klassikers „Desiring God“ -> http://s3.amazonaws.com/media2.desiringgod.org/resources/documents/1594/bdg.pdf
John Piper beschreibt darin seinen Weg zum christlichen Hedonisten, dessen höchstes Ziel es ist sich zu freuen an Gott und an der Anbetung Gottes. Die Kernbibelstelle ist Philipper 4,4 (Luther 1912): „Freuet euch in dem HERRN allewege! Und abermals sage ich: Freuet euch!“

Mit freundlichen Grüßen
wanderprediger
John Piper: Desiring God zum kostenlosen Download

Julian Assange = Obama 2.0

Die Stelle des charismatischen Weltführers ist wieder vakant. Pop-Star Obama erreicht keine Chartplazierungen mehr und die kreischenden antiautoritären „FührerbefiehlWirfolgenDir“-Groupies dieser Welt sind dabei der Charme-Offensive des neuen Welterlösers Julian Assange zu erliegen.
NextBigThing is WikiLeaks etc …
Julian Assange = Obama 2.0