Dr. theol. Lothar Gassmann: Kommt die Diktatur Europa? Kommt eine Verfolgung bibeltreuer Christen?

Mit der freundlichen Erlaubnis von Dr. Lothar Gassmann persönlich erhaltet Ihr in der Anlage zu diesem Posting eine interessante Rede vom letzten Wochenende zum Thema Europa. Im Rahmen einer Demonstration der Partei Bibeltreuer Christen wurde sie von Dr. Lothar Gassmann vor dem Verfassungsgericht in Karlsruhe gehalten.
Ich möchte diese Rede hier gerne zur Diskussion stellen.
Mit freundlichen Grüßen
wanderprediger

Die Europäische Union (EU) steht in großer Gefahr, sich zu einer Diktatur zu entwickeln.
Begründung:
1. Nur in den wenigsten Ländern wurde die Bevölkerung befragt, ob sie der EU beitreten will.
2. Alle wesentlichen Entscheidungen in der EU werden zentralisiert.
3. Die Bevölkerung in den einzelnen Ländern und die nationalen Parlamente haben kaum Möglichkeiten, auf die laufende europäische Gesetzgebung Einfluss zu nehmen. Gelegentliche Wahlen und das mit hohen Hürden versehene Petitionsrecht können daran nur wenig ändern.
4. Die EU hat sich in allen entscheidenden Bereichen von Politik, Wirtschaft und Justiz de facto eine Totalermächtigung eingeräumt.
5. Die Bundesrepublik Deutschland büßt ihre Souveränität immer mehr ein, ebenso die anderen der EU angeschlossenen Staaten.
6. Das Recht der einzelnen Staaten (z.B. das deutsche Grundgesetz) wird zunehmend vom „Europarecht“ verdrängt.
7. Das Bundesverfassungsgericht als höchstes deutsches Gericht muss seine entscheidenden Kompetenzen an den Europäischen Gerichtshof abgeben.
8. Die EU erstrebt Aufrüstung und eine Europa-Armee.
9. Die EU-Politik kann – insbesondere durch ihre „Nichtdiskriminierungs“-Klausel – eine Einschränkung der Meinungs- und Predigtfreiheit zur Folge haben.
10. Die Präambel und die Grundwerte-Definition des EU-Verfassungsvertrags stehen in wesentlichen Punkten im Gegensatz zum christlichen Glauben und könnten – besonders im Blick auf die „Nichtdiskriminierungs“-Klausel – eine Christenverfolgung in Europa herbeiführen.

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Vom Kampf um einen Begriff

Die Konferenz gegen Rassismus ist gleich am ersten Tag eskaliert und scheint allen Recht gegeben zu haben, die ihr fern blieben. Nun ist die Empörung groß und man hört in vielen Zeitungen das Seufzen „es hätte so schön werden können…“. Dabei haben weder die Befürworter einer Teilnahme noch die Boykottierenden das eigentliche Problem gesehen: wie kann es zu so derben Meinungsverschiedenheiten kommen, wenn alle einer Meinung sind, nämlich in ihrer Verurteilung des Rassismus? Auch Irans Präsident ist angetreten, um gegen Rassismus zu kämpfen, zumindest ist das sein Anspruch. Die Demonstranten machen gegen ihn Stimmung, indem sie „no racism“-Fähnchen hochhalten und alle anderen Parteien rechtfertigen ihre Teilnahme oder Absage mit ihrem ganz persönlichen Kampf gegen Rassismus und Intoleranz.
Der Grund dafür liegt natürlich in der Konturlosigkeit des Begriffs „Rassismus“. Und für den gibt es einen einfachen Grund: Es scheint zwar der gutbürgerliche linke Konsens zu sein, dass wir keine „Moral“ brauchen und schon gar keinen Gott, der diese Moral einmal einklagen wird. Aber in dieser Gebots-Phobie gibt es ein Loch, und das ist das Dritte Reich, von dem ebenfalls alle sagen, dass es so etwas nie wieder geben darf. Wenn man heute also moralisch urteilen möchte, gibt es bekanntlich kein wirkungsvolleres Mittel, als immer eine Verbindung zum Dritten Reich hinzubiegen. Dieses Verfahren kann man als „Sack-Ethik“ bezeichnen: man nimmt einen Sack, schreibt „Rassismus“ oder „Faschismus“ darauf und schlägt auf alles, was sich in diesem Sack befindet. Die Kunst besteht lediglich darin, alles in den Sack zu packen, was einem nicht gefällt. Dieses Spiel hat in Deutschland die politische Linke erfunden und Ahmadinedschad zeigt, wie leicht es zu durchschauen und zu torpedieren ist. Da der Begriff „Rassismus“ immer weiter ausgedehnt wird, nimmt er sich dieses Recht auch selbst heraus. Was sich im Anschluss an seine Rede abspielte, zeugt nicht vom Problembewusstsein um die Verwendung einer Ethik, die nur noch von politischen Launen und stimmungsvollen Begriffen lebt, sondern von dem unbeugsamen Anspruch, dass der Westen sich die Deutungshoheit über mächtige Begriffe keinesfalls aus der Hand nehmen lassen möchte und sie notfalls auch mit Gewalt zu verteidigen bereit ist. Und genau das ist besorgniserregend, weil die Sack-Ethik ein potentes Mittel für Diktaturen ist.
Ja, es ist Heuchelei, vom Kampf gegen Rassismus zu reden, wenn man eigentlich den Kampf gegen die persönlichen Feinde meint. Aber Ahmadinedschad hat diese Heuchelei nur kopiert und karikiert.

Peter Fox: Haus am See – Neuer Sound der Neuen Bürgerlichkeit

wow … http://www.youtube.com/watch?v=gMqIuAJ92tM … was für ein cooles Lied!!! Wahrscheinlich bin ich der letzte Deutsche, der dieses Lied entdeckt … wie ich nachträglich erfahre, hat der Sänger sogar schon Stefan Raabs BundesVisionSongContest gewonnen. Das kommt davon, wenn man im Auto nur noch Deutschlandfunk und Derek Prince hört 😉
wow … richtig cooles Lied!!!
OK … nicht gerade Worship. Aber irgendwie sehr in sich stimmig … wie kaum ein anderes Lied das ich kenne … Musik, Bilder, Inhalt, Aussage und diese herrliche WestBerliner Gieskannenstimme des Sängers … von der (im Übrigen echten) Facialisparese bis zur Gebrechlichkeit des alten Bourgeois … wow … das ist schon eine aussergewöhnliche Komposition.
Es ist erstaunlich, zu welch wunderschönen konservativen Visionen multioptionale Experimentalisten aus Kreuzberg heute fähig sein können …
Womit ich den ideologischen Bogen doch wieder schließen konnte :-))
„Ich hab 20 Kinder meine Frau ist schön.“ … Ich fass es nicht was für ein geniales Lied!!!!!
Mit begeisterten Grüßen
wanderprediger

Peter Fox – Haus am See
-> Text: http://www.magistrix.de/lyrics/Peter%20Fox/Haus-Am-See-289957.html
Peter Fox: Haus am See – Neuer Sound der Neuen Bürgerlichkeit

Grüne Toleranz

Die katholische deutsche Bischofskonferenz hat sich vor Kurzem für den Bau von Moscheen „mit Maß“ ausgesprochen. Ma hört das Zähneknirschen zwar deutlich heraus, wo offen nur von den Ängsten der Bewohner, aber nicht von den eigenen gesprochen wird, aber man sollte dieses Bekenntnis nicht zu niedrig hängen: hier stellt sich eine Religionsgemeinschaft offen dazu, anderen Religionen den benötigten Raum zu geben. Wo hat es das schon mal gegeben?

Diese Anmerkung erscheint mir dringend notwendig, denn die Erklärung der deutschen Bischöfe wird sonst eher als längst überfällig belächelt, und dafür gibt es keinen Grund. Denn gerade die Befürworter eines „Fahrplans“ für die Gleichstellung des Islam, also die Grünen und andere Linke, fordern gleichzeitig die Anpassung an eine „Leitkultur“! Ja, Sie haben richtig gelesen. Volker Beck schreibt auf seiner Homepage über Integration u.a.:

„Der Begriff Leitkultur, wurde ursprünglich von Bassam Tibi in die politikwissenschaftliche Debatte eingeführt, um einen gesellschaftlichen Wertekonsens zu beschreiben („Die Werte für die erwünschte Leitkultur müssen der kulturellen Moderne entspringen, und sie heißen: Demokratie, Laizismus, Aufklärung, Menschenrechte und Zivilgesellschaft.“, vgl. Europa ohne Identität, 1998, S. 154). Er wurde vor allem von Friedrich Merz politisch auf die nationale Ebene verengt. Bündnis 90/Die Grünen haben diese „Leitkultur“ immer kritisiert: Zu Recht.“

Klar, weil die eine Leitkultur grün und die andere christlich ist. Beck rühmt sich jetzt damit, nicht die christliche, sondern die grüne Leitkultur zu fordern. Er versucht die christliche Version als „nationale Verengung“ abzukapseln, wobei er natürlich auch weiß, dass das Christentum eben nicht nur in Deutschland eine lange Geschichte hat. Möglicherweise hat er da selbst etwas national verengt. Es gibt keine objektiven Gründe, sich für die eine und gegen die andere Leitkultur zu stellen. Dieses Verfahren ist unehrlich und grenzt an Diffamierung.

Deswegen hat er auch grundsätzlich nichts gegen ein Bekenntnis von Einwanderern zur Verfassung, weil es „im Grunde richtig ist, die Bedeutung von Demokratie, Religionsfreiheit, Gleichberechtigung der Geschlechter und Toleranz gegenüber Homosexuellen als Werte hervorzuheben.“
Hat er wirklich nicht gemerkt, dass es sich hierbei um einen grünen Zuschnitt handelt? Als Christ liebe ich zwar beispielsweise Demokratie, halte aber Homosexualität für eine furchtbare Sünde, die ein Staat auf keinen Fall dulden darf. Und die Gleichberechtigung der Geschlechter ist im Christentum nur soweit erwünscht und denkbar, wie sie nicht an der patriarchalen Grundordnung rührt, die im Christentum eben unverzichtbar ist.

Die Grünen haben also nur dann nichts gegen Multikulturalismus, solange er sich unter grüner Hoheit verwirklicht. Und so eine „Toleranz“ ist wohl keine Kunst, oder? In vielen christlichen Kirchen gibt es entweder eine Bekenntnisgrundlage oder wenigstens das allgemeine Bekenntnis zur Heiligen Schrift, wodurch ebenfalls ein Rahmen für sehr verschiedene Gottesdienstkulturen abgesteckt wird. Nur haben Christen das nicht im großen Stil als besonders tolerant hervorgehoben. Es gehörte eher zum Alltag einer weltweiten Kirche, sich mit der Frage auseinander zu setzen, wie man das Evangelium in unterschiedlichen Kulturen lebt. Wobei Christen hier natürlich viele Fehler gemacht haben und vermutlich noch machen.
Toleranz ist aber eher dort interessant, wo man zusammen leben kann, obwohl es keine gemeinsamen weltanschaulichen Grundlagen gibt. Also Christen und Muslime können tolerant sein, indem sie sich nicht gegenseitig mit Gewalt überziehen. Innerhalb einer Kirche oder Moschee würde man nicht unbedingt von Toleranz reden, wenn die Menschen dort miteinander auskommen. Ebenso ist es recht billig, tolerant im Rahmen des eigenen Parteiprogrammes zu fordern.
Die Bischöfe sind also trotz allen Spotts toleranter als die Grünen, die sich nur für die Muslime einsetzen, die den grün-bürgerlichen Rahmen teilen. Denn dieser Rahmen ist erheblich enger als die Forderung der Bischöfe, den Bau „mit Maß“ zu betreiben. Dadurch wird ledliglich ein äußerlicher Rahmen zugeschnitten – auch wenn ich von dem Sinn dieser Formulierung nicht überzeugt bin. Die Grünen fordern nicht weniger als den Umbau der muslimischen Gemeinde von einer derzeit faktisch partriarchalen zu einer modernen linken Gesellschaft.
Besonders nervig empfinde ich es, dass die Grünen für ihr Weltbild mittlerweile so blind zu sein scheinen, dass sie ihre Forderungen an die Menschheit als selbstverständlich und unhinterfragbar hinstellen und vermutlich wirklich so sehen – vermutlich würden sie am liebsten ihr ganzes Parteiprogramm im Grundgesetz aufnehmen lassen – und andere Positionen nur noch mit Borniertheit erklären können. Dass ihnen dieses Verhalten nicht als intolerant ausegelgt wird, liegt daran, dass sie bislang unhinterfragt die Deutungshoheit über den Begriff innehaben.
Aber das kann sich ja ändern…

Die Sinus-Milieus® in Deutschland

Eine sehr differenzierte Einteilung der sozialen Milieus bieten die Sinus-Milieus®. Folgende Bevölkerungsgrupierungen wurden durch eine detailierte jährliche Fragebogenaktion über 25 Jahre hinweg isoliert:

Konservative 5%
„Das alte deutsche Bildungsbürgertum: konservative Kulturkritik, humanistisch geprägte Pflichtauffassung und gepflegte Umgangsformen“
Traditionsverwurzelte 14%
„Die Sicherheit und Ordnung liebende Kriegsgeneration: verwurzelt in der kleinbürgerlichen Welt bzw. in der traditionellen Arbeiterkultur“
DDR-Nostalgische 5%
„Die resignierten Wende-Verlierer: Festhalten an preußischen Tugenden und altsozialistischen Vorstellungen von Gerechtigkeit und Solidarität“
Etablierte 10%
„Das selbstbewusste Establishment: Erfolgs-Ethik, Machbarkeitsdenken und ausgeprägte Exklusivitätsansprüche“
Bügerliche Mitte 15%
„Der statusorientierte moderne Mainstream: Streben nach beruflicher und sozialer Etablierung, nach gesicherten und harmonischen Verhältnissen“
Konsum-Materialisten 12%
„Die stark materialistisch geprägte Unterschicht: Anschluss halten an die Konsum-Standards der breiten Mitte als Kompensationsversuch sozialer Benachteiligungen“
Postmaterielle 10%
„Das aufgeklärte Nach-68er-Milieu: Liberale Grundhaltung, postmaterielle Werte und intellektuelle Interessen“
Moderne Performer 10%
„Die junge, unkonventionelle Leistungselite: intensives Leben – beruflich und privat, Multi-Optionalität, Flexibilität und Multimedia-Begeisterung“
Experimentalisten 8%
„Die individualistische neue Bohème: Ungehinderte Spontaneität, Leben in Widersprüchen, Selbstverständnis als Lifestyle-Avantgarde“
Hedonisten 11%
„Die spaßorientierte moderne Unterschicht / untere Mittelschicht: Verweigerung von Konventionen und Verhaltenserwartungen der Leistungsgesellschaft“

Eigentlich dachte ich spontan, ich müsse mich bei den Konservativen wiederfinden. Jedoch weit gefehlt … dort halten sich eher die pensionierten Gymnasiallehrer im Lodenmantel auf. Letztendlich fand ich mich in der bürgerlichen Mitte wieder … beruflich etabliert und vor allem familienorientiert …

Auf der Basis der Sinus-Milieus® wurden inzwischen auch schon interessante Zukunftszenarios entwickelt. Interessanterweise gibt es genau drei Szenarien:
– ein neoliberales
– ein sozialdemokratisches …. und
– ein grünes … ähem … postmaterielles

Diese werden in der Presse rezipiert und durchventiliert:

1. Manager-Magazin: „Bedrohte Mitte“
… mit einem neoliberalen Zukunfstszenario
http://www.manager-magazin.de/magazin/artikel/0,2828,395920,00.html
Zitat: „In einem deregulierten Deutschland sind die modernen Performer die Gewinner. Sie rücken in die Mitte der Gesellschaft. Ihr Lebensstil wird zum neuen Mainstream, dem die Angehörigen anderer Milieus, so gut es geht, nacheifern. … Doch unter dem Regiment der modernen Performer ginge den Deutschen auch vieles verloren. Chibesakunda wird wahrscheinlich niemals eine Handballspielgemeinschaft leiten. Und es muss noch einiges passieren, damit er zwei Kinder großzieht.“

2. Spiegel: „Wir werden Deutschland“
… Das „postmaterielle“ Metamorphosis-Szenario
http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,423043,00.html
Zitat: „Im Jahr 2020 haben die Menschen eine Art kollektives Bewusstsein entwickelt … Zukunftsforscher glauben, dass das Modell der Kleinfamilie im Jahr 2050 vom Schwarm, der aus dem selbstgewählten Freundeskreis besteht, endgültig abgelöst sein wird.“

Offensichtlich sind beide Szenarios nicht gerade familien- und kinderfreundlich … jedenfalls aus meiner … zugegebenermaßen beschränkten Sicht der „bürgerlichen Mitte“!

Was völlig ausgeklammert wurde ist die Renaissance von Christentum, Islam und fundamentalistischen Atheismus … Aber davon gelegentlich mehr!

Mit freundlichen Grüßen
wanderprediger

Willow Creek in der „Kirche der Freiheit“

In der evangelischen Kirche gibt es im Rahmen der Aneignung und regionalen Umsetzung des Konzeptes „Kirche der Freiheit“ große Hoffnungen bei Mitgliedern von charismatisch-evangelikal geprägten sog. Profil-Gemeinden. Diese aus allen Nähten platzenden „frommen“ Gemeinden werden bald erfreulicherweise im Sinne von „Best-Practice“ kurz vor dem endgültigen Ausbluteten der liberal geprägten EKD besonders gefördert werden. Dort wittert man nun Morgenluft und will mit forcierter Umsetzung von Willow-Creek- und Gemeindewachstumskonzepten die Herausforderung annehmen.

Alles sehr schön … aber man erlaube mir bitte eine kleine Anmerkung zu Willow Creek … Wir brauchen doch disziplinierte Gemeinden, die Wort und Sakrament empfangen und im Glauben Frucht bringen. Leider befasst sich die moderne evangelikale Bewegung kaum mehr mit der biblischen Lehre von der Gemeinde. Alles ist pragmatisch geworden … A propos pragmatisch … Erfreulicherweise hat der Pragmatiker Bill Hybels eine groß angelegte Studie über Willow Creek veröffentlicht, auf Grund derer er sehr sich selbstkritisch äußert: Willow habe vielfach nicht dafür gesorgt, dass Menschen geistlich wachsen.
OK ohne Willow-Creek- und Rick-Warren-Konzepte wird der Aufbau von neuen evangelikal-charismatisch ausgerichteten Profilgemeinden innerhalb der EKD sicherlich nicht laufen, da viele der Leiter diese offensichtlich schon als festes Gemeindeaufbau-Raster internalisiert haben (siehe beispielsweise auch das troz allem letzlich sehr empfehlenswerte Buch von Sven Schönheit: „Unter offenem Himmel bauen“, das sich ja teilweise wie ein Excerpt der Gemeinde-Aufbau-Management-Literatur der letzen 20 Jahre liest).
Ich kann nur sagen … das wird man in meiner Gemeinde nicht wirklich gut finden. Dort dreht sich vieles um das Thema: Zurück zur biblischen Orts-Gemeinde. Konzepte aus dem Umfeld des evangelikalen amerikanischen Pragmatismus wie z.B Willlow Creek oder Rick Warren hört man dort nicht so gerne … Bewegungen wie „Emerging Church“ gelten dort gar als Irrlehre.
Wichtig ist daher meiner Meinung nach, dass man nicht dieselben Fehler wie Willow Creek macht und nur noch wunderbare, postmoderne Gottesdienste für Kirchendistanzierte macht, durch die die eigenen Gemeindemitglieder dann aber nicht mehr geistlich auferbaut werden.
Wichtig wäre daher ein starker Schwerpunkt auf JÜNGERSCHAFTSKURSE, die am besten in einer Gemeinde veranstaltet werden, die diesen „Service“ für alle anderen Netz-Gemeinden anbietet … Jeder macht das was er am besten kann für alle …
Mit freundlichen Grüßen
wanderprediger

Vom Nationalstaat zur geistigen Gesellschaft

Über die Seite „lebensquellen“ bin ich auf einen lesenswerten (und erstaunlich gut lesbaren) Abdruck einens Vortrages von Peter Berger über die Ausbreitung der Religionen gestoßen. Berger behauptet dort, dass Säkularisation kein Kennzeichen der Moderne sei. Moderne Staaten erkenne man vielmehr an einem gelebten Pluralismus, also einer Gesellschaft, in der verschiedene Religionen und Weltanschauungen nicht nur nebeneinander existieren, sondern auch interagieren und dabei friedliche Umgangsformen pflegen.
Die Verbreitung der Religionen sei letztlich eine Verbreitung des Pluralismus, weil fast alle Religionen sich fast überall verbreiten.
Dabei weist er auf zwei Ausnahmen hin: die „intelligentsia“, also die akademische Elite Amerikas und Europas und Mitteleuropa als geografische Ausnahmeerscheinung.
Nach meiner Einschätzung erliegt er allerdings der Gefahr, die sich kaum umgehen lässt, sobald man den Begriff „Religion“ verwendet, und richtet seinen Blick auf die alten Religionen. Neue religiöse Erscheinungen, die sich vielleicht noch nicht zu großen offiziellen Glaubensgemeinschaften zusammengefunden haben, werden so nicht erfasst. Würde der Religionsbegriff um diese Facetten erweitert, ließe sich das Bild von der säkularen Elite oder gar einem säkularen Kontinent nicht mehr halten. Denn auch in Europa sprießen religiöse Vorstellungen nur so aus der Erde, seien es esoterische Gruppen, Neuheiden, Hexenzirkel und – was ich als bürgerliche Religion noch zu belegen versuche – die Naturmystik.
Und gibt es die beobachteten Ausbreitungstendenzen nicht auch außerhalb der Religionen? Der Atheismus ist ja in den letzten Jahren gerade durch seine aggressive Missionsarbeit aufgefallen, die roten und grünen Parteien kämpfen mit harten Bandagen für ihre Weltanschauungen und stehen keineswegs als passives Überbleibsel der Säkularisation still.
Möglicherweise sorgt die Globalisierung nicht, wie Berger sagt, für die Ausbreitung des Pluralismus, sondern zunächst für einen Bedeutungsverlust des Nationalstaates. Die beobachtbare Aktivitätssteigerung in den diversen Religionen und Weltanschauungen könnte daher auch eine Reaktion auf einen Identitätsverlust darstellen. Also es ist altmodisch, sich vor allem als Deutscher zu fühlen, deshalb identifiziert man sich beispielsweise lieber mit seiner Mitgliedschaft in einer Hexen-Community.
Diese soziologischen Erklärungen dürfen nicht als „Enttarnung“ verstanden werden, denn der jeweilige Glaube kann durchaus genuin sein, auch wenn man nichtreligiöse Gründe für die Wahl einer Religion hat (niemand bestreitet, dass die meisten Menschen in ihre Weltanschauung ode Religion hineingeboren werden). Aber so wie Macht und Reichtum Menschen verführen und von wichtigen Dingen ablenken könnenn, so können natürlich Armut und Elend den Blick für religiöse oder weltanschauliche Fragen öffnen.
Was sich also tatsächlich ausbreitet ist weder die Religion noch die Säkularisation noch der Pluralismus, sondern vor allem die Zugehörigkeit zu einer geistigen Gesellschaft. Diese Form wird in Zukunft vermutlich die Bedeutung des Nationalstaates ersetzen.
Christen müssen sich auf diese Entwicklung allerdings nicht umstellen, ihr Reich war schon immer jenseits der politischen Realität. Jesus selbst hat darauf hingewiesen, dass man das Reich Gottes nicht verorten kann (Lk 17,21) denn es ist mitten unter uns.

Die Ökoreligion auf dem Weg zur Weltreligion

TheoKonservativ erinnert in Zeiten der Postmoderne anti-christliche Religionskritiker aus der Gutmensch-Ecke ausgesprochen gerne an ihre eigenen kleinen Öko-Dogmen und Fundamentalismen. Ein sehr unterhaltsames Kapitel ist die Kommentierung des unaufhaltsamen Aufstiegs der Ökoreligion zur Weltreligion. Es ist erfreulich, dass wir dabei nicht allein sind, wie die Auschnitte eines Beitrags von Gideon Böss in der Tageszeitung DIE WELT in der Anlage zu diesem Posting beweisen.

Mit freundlichen Grüßen
wanderprediger


Die „Kirche des menschengemachten Klimawandels“ ist zwar erst vor wenigen Jahren gegründet worden, doch schon jetzt hat der neue Glaube, der von etablierten Religionen abschätzig als Sekte verunglimpft wird, unter seinen Jüngern schon mehr Stars als Scientology und Buddhismus zusammen. Bei Weihefestspielen namens „Live Earth“ wird die zeitgemäße Version des Tanzes um Goldene Kalb zelebriert. Es sind gigantische Events zu Ehren der erbosten Mutter Erde.

Mittlerweile bekennen sich Millionen Menschen zu der neuen Religion. Keine andere wächst schneller. Der Islam ist abgehängt und fühlt sich dadurch total „beleidigt“. Der Führer der neuen Bewegung ist ein undurchsichtiger Religionslehrer namens Al Gore,

Anhänger der „Kirche des menschengemachten Klimawandels“ betrachten seine Videobotschaften („An Unconvenient Truth“) aus dem unzugänglichen bergigen Hinterland der US-Ostküste wie die Offenbarungen höchster spiritueller Geheimnisse.

Obwohl es in der Weltgeschichte noch nie einer Religion gelang, vom Start weg so erfolgreich zu sein, gibt es schon eine neue Konkurrenz-Kirche. Vielen ist der Glaube an menschengemachten Klimawandel nicht radikal genug. Ihnen geht es um die tektonischen Platten. Das Ziel der „Vereinigungskirche Gondwanas“: den Kontinentaldrift stoppen und die „dekadente“ Teilung der Welt in mehrere Kontinente rückgängig machen.

Die Ökoreligion auf dem Weg zur Weltreligion