Nächstenliebe: Warum nicht mit der eigenen Mutter anfangen?

Diese Weihnachtspredigt von Christiane Quincke öffnet einem schlagartig die Augen für die eigene individualistische hypermoralische Generation: Wir „gehen unseren Weg“, lassen unsere Eltern allein zurück für ein Netz aus Patchwork-Beziehungen und die Sensationen urbaner Popkultur. Wir sind stolz auf unsere moralische Überlegenheit wegen der progressiven Haltung zu jedem Problem, welches der Staat für uns lösen soll.

Und nun kommen die Flüchtlinge und wir kämpfen darum, dass jeder den Umgang mit ihnen als Lackmus-Test für die Moralität unserer Gesellschaft zu sehen hat. Aber Hand aufs Christen-Herz, mehr als ein paar Gemeindekontakte, Soli-Veranstaltungen und Einladungen in unsere Szenekneipe kriegen wir doch nicht hin. Und woran liegt das? Eine hyperindividualistische hypermoralische Generation, die sich noch nicht mal mehr adäquat um die eigenen Eltern kümmert, ist doch vollkommen überfordert mit Flüchtlingen. Menschen, die wir in unsere Wohnungen aufnehmen und ihnen unsere kostbare Zeit tagtäglich widmen? Nein das machen wir ja noch nicht mal für unsere eigenen Eltern. Und so kommt es größtenteils nur zu ein paar Alibi-Aktionen, die man in der Predigt oder auf Facebook zum moralischen Distinktionsgewinn verwenden kann. Aber ansonsten ruft man der Staat soll das regeln und fühlt sich dadurch auf der moralisch überlegenen Seite.
Let’s face it: Wir sind eine Generation von Heuchlern und das muss sich ändern! Warum nicht bei der eigenen Mutter anfangen?

Vom Post-Evangelismus zum Post-Christentum

Mir kommt es so vor, als wäre das entscheidende Band innerhalb der postevangelikalen Community die extreme Aversion gegenüber der evanglikalen Prägung in den ersten zwei Jahrzehnten ihrer eigenen Biographie. Diese Bindungsenergie wird aber für keine weiteren zwei Jahrzehnte mehr ausreichen. Nach der Entfremdung von ihren spirituellen Wurzel und Kraftquellen durch die liberale Theologie werden sich dann die meisten von ihnen mit einem profanen progressiven Säkularismus zufrieden geben … Die nächste Generation dagegen wird sich überhaupt nicht mehr dafür interessieren was ihre Eltern damals so tief geprägt hat und wird ohne Hoffnung auf Heil in alle geistigen Himmelsrichtungen eines post-christlichen Zeitalters zerstoben werden.

Dr. Johannes Hartl @ HossaTalk #85

Dr. Johannes Hartl @ HossaTalk: Unglaublich wie sich dieser Prince Charming der theo-konservativen Reconquista mit ein paar popkulturell-biographischen Codes emotionalen Zutritt ins emergente Allerheiligste verschafft. Wie er diese happy-go-lucky-Stimmung aufbaut und die grauen Eminenzen dann ganz großartig mit Mystik (Jay) und Kunst (Gofi) in ihren vertrauten Lebenswelten abholt. Ganz en passant verbittet er sich unreflektierte AFD-Kritik (unwidersprochen von J&G!!!), um dann in einer dramatisch spitzenmäßig getimten Schlußszene den ganzen liberalen Palast zum Einsturz zu bringen. Wow!
https://www.youtube.com/watch?v=8pbdLqTh_x4&index=19&list=PLc89_7PzfoPDeN0H-MIGpVAM5xzCnbG57

P.s.: Für mich ist das theologisch natürlich ein Hype … Ganzheitlichkeit und Mystik brauch ich nicht und diese devote Ausrichtung nach theologischen Moden bei den Evangelikalen zeugt doch eigentlich nur von der eigenen theologischen Schwäche und Wurzellosigkeit. Aber Hartl ist ja auch ein Intellektueller einer ganz neuen Generation und diese Eleganz mit der er den Emergenten so im Vorbeigehen ihren postmodernen Tempel entweiht, das hat mich doch schon sehr beeindruckt.

Warum Pop-Gottesdienste wie FreshX zur Uncoolness verdammt sind …

Hier ist das Problem mit Pop@Kirche:
Die Produktzyklen von musikorientierten Subkulturen im Freien Westen sind mittlerweile so hochfrequent, dass heutzutage jede Debutanten-Generation von sich extrem relevant findenden Jung-Pastoren (z.B. FreshX) von den auf der popkulturellen Überholspur lebenden Zielgruppe der TwentySomething-Checkern der Szene für ihre bei Realisierung schon wieder vollkommen überholten Gottesdienst-Stile nur noch mitleidig belächelt werden.

Mein Rat für „kulturrelevante“ Gemeinden:
Konzentriert Euch auf die kritische Auseinandersetzung mit den geistigen und philosophischen Strömungen Eurer Zeit, die haben deutlich längere Lebenszyklen. Bringt Euren eigenen jungen Checkern Apologetik und christliche Worldview-Analyse bei und lasst sie mit diesen Werkzeugen dann öffentlich die angesagte Popkultur ihrer eigenen Generation analysieren.

Wie wird man WortHaus-Skeptiker?

>>“Meine Meinung steht fest, verwirren Sie mich bitte nicht mit Argumenten“, sagt so mancher Christ<< So beginnt ein Teaser für einen Worthaus-Kongreß vom 2.6.13

Ja, ja, die postmodernen Worthaus-Fundamentalisten lieben die multiplen, multipolaren Wahrheitswelten … und um sich dort so richtig klasse zu fühlen, brauchen sie ein paar fromme Deppen über die sie sich schenkelklopfend lustig machen können 🙂
Aber nicht so schnell …
… mich erinnert das an die weitverbreitere Religionsparabel „Gott ist wie ein Elefant und die Wahrheitssucher der Glaubensrichtungen verhalten sich wie blinde Elefantenforscher“…
… der eine hält den Schwanz und beschreibt den Elefanten als Schlange, der andere berührt das Bein und sagt ein Elefant ist wie ein Baum, der nächste fasst ihm am Ohr und sagt ein Elefant sei ein riesiger Fächer. Dieses Bild soll zeigen wie die verschiedenen Glaubensrichtungen immer nur ein Teil des Gottesbildes haben und wie arrogant und dogmatisch es sei, zu behaupten die volle Wahrheit über Gott zu haben. ABER: Die einzige Möglichkeit wie diese Parabel irgendeinen Sinn macht, ist doch daß der Parabelerzähler – in unserem Fall die postmoderne Worthaus-Priesterkaste – den ganzen Elefanten sieht. Wenn diese also konstatiert, alle Glaubensrichtungen sehen nur EINEN Teil der Wahrheit, nimmt sie für sich in Anspruch eine Sicht auf die Wahrheit zu haben, die KEIN ANDERER hat und macht sich damit ironischerweise derselben spirituellen Arroganz schuldig die sie uns konservativen Evangelikalen vorwirft. In anderen Worten: Zu sagen „alle Wahrheit ist relativ in Abhängigkeit zur Gruppe, der man angehört“ ist selbst ein Wahrheitsstatement, aber besonders tricky, weil es Nebelkerzen verwendet um sich selbst toleranter als den Rest darzustellen. Viele „open minded“ Worthaus-Jünger fühlen sich natürlich wesentlich erleuchteter als diejenigen, die weiter an absoluten Wahrheiten festhalten, ohne zu merken, daß sie sich in einem ebenso dogmatischen Glaubenssystem befinden wie alle anderen … vielleicht sogar in einem stärkeren … … wenn du also ein Postmoderner Worthaus-Jünger bist, dessen default mode der Relativismus ist, weil du Teil einer community bist, wo man sich auf dieses Glaubenssystem als „common sense“ geeinigt hat rate ich dir folgendes: SEI EIN SKEPTIKER … SCHAU DIR DEINEN EIGENEN POSTMODERNEN GLAUBEN AN … MIT DEM GLEICHEN KRITISCHEN APPARAT MIT DEM DU UNSEREN EVANGELIKAL-KONSERVATIVEN GLAUBEN BEURTEILST … 😎

Wenn Politik Natur wird

Vor einigen Jahren habe ich die Naturmystik als Mainstream-Religion Europas beschrieben. Mittlerweile sehe ich die Notwendigkeit, meine damalige Darstellung um ein wichtiges Element zu erweitern: die Menschen wollen nicht einfach die Natur in sich verwirklichen, in dem sie vermeintlich entfremdende Einflüsse aufdecken und eliminieren, sondern sie haben ihre besondere Fähigkeit als Kultur- und Sprachwesen als Gabe der Natur akzeptiert und sehen sich heute als genuin staatenbildend. Der Mensch ist damit im öffentlichen Bewusstsein ein zoon politikon, der Staat keine Zweckgemeinschaft oder notdürftiges Übel sondern er gehört vielmehr zum Wesen der menschlichen Natur. Gehorsam gegenüber dem Kollektiv ist damit nicht einfach im Hinblick auf die sonst drohenden Strafen geboten sondern wird zum existentiellen Anliegen, so dass gleichzeitig die größte Sorge darin besteht, nicht mehr dazu zu gehören. Damit dieses Gefühl auch frühzeitig verankert wird, werden Kinder fast von Geburt an nicht mehr von den Eltern sondern vom Kollektiv betreut und lernen, ihre Eltern zu hinterfragen, nicht aber das Kollektiv. Wahrheit entwickelt sich in diesem System nicht durch Argumente sondern organisch. Oder anders gesagt: sie entwickelt sich aus dem ängstlichen Schielen auf Stimmungen im Kollektiv und dem Gespür dafür, was man noch sagen kann und welche (neuen) Grenzen zu akzeptieren sind. Der Hinweis darauf, dass man mit der Zeit gehen muss, ist eine deutliche Umschreibung für die Vorstellung einer organischen Wahrheit. Dieser Hinweis entkräftet Gegenpositionen vollgültig.

Der Staat wird in der Naturmystik nicht durch Gott begründet aber auch nicht einfach durch Abstimmung oder Angst vor dem Chaos, sondern durch das, was dem Naturmystiker heilig ist, nämlich durch die Natur selbst. Die Theorie vom Staat als natürlichem Auftrag des Menschen erklärt nach meiner Einschätzung die Atmosphäre aktueller Diskurse.

Dekonstruktion der Dekonstruktion

Wenn die Altherrenriege der Postmoderne wie Focault oder Derrida eine Lieblingsbeschäftigung hatte, dann war es sicherlich die Dekonstruktion der Axiome des abendländischen Denkens und der Religion: es gibt keine große Erzählung mehr … kurz: es gibt keine Wahrheit mehr. Bei Timothy Keller habe ich kürzlich ein wunderbares Beispiel dafür gehört: Ihr kennt doch die weitverbreitere Relgionsparabel „Gott ist wie ein Elefant und die Religionen verhalten sich wie blinde Elefantenforscher“…
… der eine hält den Schwanz und beschreibt den Elefanten als Schlange, der andere berührt das Bein und sagt ein Elefant ist wie ein Baum, der nächste fasst ihm am Ohr und sagt ein Elefant sei ein riesiger Fächer. Dieses Bild soll zeigen wie die verschiedenen Religionen immer nur ein Teil des Bildes haben und wie arrogant und dogmatisch es sei, zu behaupten die volle Wahrheit über Gott zu haben. ABER: Die einzige Möglichkeit wie diese Parabel irgendeinen Sinn macht, ist daß der Parabelerzähler kurz: die Postmoderne den ganzen Elefanten gesehen hat. Wenn diese also konstatiert alle Religionen sehen nur einen Teil der Wahrheit, nimmt sie für sich in Anspruch eine Sicht auf die Wahrheit zu haben, die kein anderer hat und macht sich damit ironischerweise derselben spirituellen Arroganz schuldig die sie selber uns Christen vorwirft. In anderen Worten zu sagen „alle Wahrheit ist relativ in Abhängigkeit zur Gruppe, der man angehört“ ist selbst ein Wahrheitsstatement, aber besonders tricky, weil es Nebelkerzen verwendet um sich selbst toleranter als den Rest darzustellen. Viele „open minded“-Typen fühlen sich natürlich wesentlich erleuchteter als diejenigen, die weiter an absoluten Wahrheiten festhalten, ohne zu merken, daß sie sich in einem ebenso dogmatischen Glaubenssystem befinden wie alle anderen … vielleicht sogar in einem stärkeren … … wenn du also ein Postmoderner bist, dessen default mode der Relativismus ist, weil du Teil einer community bist, wo man sich auf dieses Glaubenssystem als „common sense“ geeinigt hat rate ich dir folgendes: SEI EIN SKEPTIKER … SCHAU DIR DEINEN EIGENEN POSTMODERNEN GLAUBEN AN … MIT DEM GLEICHEN KRITISCHEN APPARAT MIT DEM DU ANDERER LEUTE GLAUBEN BEURTEILST … https://www.youtube.com/watch?v=aOJImh3QNZ87

Dekonstruktion der Dekonstruktion

Wie rechts ist der ARD?

Anlässlich des Berichtes über den Konzern google, in dem 61% der Mitarbeiter „weiß“ seien, habe ich mir mal die Mitarbeiter bei dem ARD angesehen. Um es kurz zu machen: bunt ist das nicht.

 

Eine Liste aller Moderatoren und Sprecher der tagesschau mit Fotos und Namen lässt den Schluss zu, dass der Prozentsatz von 61% „weißer“ Mitarbeiter locker überboten wird.

Nicht anders sieht es bei den tagesthemen aus, im Nachtmagazin, im Bericht aus Berlin, und noch nicht einmal den Bericht über das Wetter vertraut man nicht-weißen Mitarbeitern an.

Unter den 11 Intendanten gibt es, soweit ich das aus Bild und Namen schließen kann, keinen einzigen mit Migrationshingergrund. 2 von 11 sind Frauen, was einem Prozentsatz von weniger als 20% entspricht.

Pädophile setzen sich für die grün-roten Bildungspläne ein

Auf einer Demonstration gegen das Bildungspaket in Baden-Württemberg, über das seit Wochen heftig gestritten wird, kam es zu gewalttätigen Angriffen gegen die Demonstranten. Die Aktivisten trugen u.a. ein Schild mit der Aufschrift  „Pädophilie ist“. Bei den Demonstranten, die das Ziel der Angriffe waren, dürfte es sich vorwiegend um Eltern von Kindern im schulfähigen Alter gehandelt haben, die schon aus organisatorischen Gründen teilweise ihre Kinder mitbrachten. Trotz Polizeischutz wurden sie laut eigener Aussage „beworfen, körperlich angegriffen, angesprungen und offen bedroht“. Die Aggression richtete sich also nicht gegen die Pädophilen sondern gegen die Demonstranten.

Die „Gegendemonstration“, die zur offenen Gewaltaktion ausartete, wurde von den Grünen organisiert – also Staat kämpfte gegen Bürger. Weder Gewalttäter noch Pädophile wurden zurück gepfiffen und bislang (3.2.2014 , 8.00 Uhr) findet man auf der Internetpräsenz der Grünen in Baden Württemberg keine Entschuldigung sondern nur den alten Aufruf zur Gegendemonstration. „Lasst uns kämpfen“ steht da, und genau das haben die Aktivisten offenbar  getan.

Eine Alternative zum Mindestlohn

Braucht man überhaut eine Alternative zum Mindestlohn? Ja, weil die Erfahrungen in Ländern, die ihn bereits seit Jahren eingeführt haben, bestenfalls schwache positive Wirkung auf den Arbeitsmarkt zeigten, aber auch nur dann, wenn er sehr moderat (d.h. niedrig) ausfällt. Je höher der Lohn ist, desto mehr Arbeitsplätze werden gestrichen, weil sie nicht lukrativ sind. Was die Befürworter des Mindestlohn-Modells nämlich übersehen, ist die Tatsache, dass der Staat niemanden dazu verpflichten kann, Arbeitsplätze zu schaffen. Ein hoher Mindestlohn hilft einem Teil der Beschäftigten, einen anderen Teil macht er arbeitslos. Eine guten Artikel gibt es zu dem Thema wie oft auf Wikipedia.

Da Löhne aber nicht nur Kosten sondern auch Lebensgrundlage von Menschen sind, kann man ihre Höhe auch nicht einfach dem Markt überlassen. Wenn der Preis für vegetarische Würstchen wegen der geringen Nachfrage so tief fällt, dass sich die Produktion nicht mehr lohnt, ist das egal, aber wenn der Lohn eines Arbeiters zu weit gedrückt wird, ist das nicht egal.

Ein sinnvoller Eingriff des Staates wäre, sich selbst einen Mindestlohn vorzuschreiben und gleichzeitig eine Beschäftigungsgarantie zu bieten. Dadurch würde er dem Markt Arbeitskräfte entziehen und gleichzeitig die Kosten für Hartz IV sparen. Ein weiterer Nebeneffekt wäre, dass Schwarzarbeitern die zeitliche Grundlage entzogen wird, ohne dass sie kontrolliert werden müssten (was ebenfalls wieder Geld spart). Aber der wichtigste Vorteil wäre, dass niemand mehr Geld erhielte, der nicht bereit ist, dafür zu arbeiten (was voraussetzt, dass er arbeiten kann).

Niemand müsste dann in einem Bereich arbeiten, in dem er weniger verdient als beim Staat, der wiederum keine hohen Fantasie-Löhne beschließen könnte, weil er das Geld selbst nicht hat. Und wer bereit ist, einen niedrigeren Lohnn zu akzeptieren, weil ihm dafür die Arbeit mehr Spaß macht – während der Ehepartner vielleicht mehr verdient – kann dies ebenfalls tun. Diese Fälle sind nämlich nicht so selten, wenn man an die vielen freiwilligen Helfer denkt, die Pferde pflegen oder nebenbei in einem kleinen Geschäft arbeiten.