Geschichte eines Stammeswechsels

1. Hossa-Phase: Neugierig glauben -> Erste Kontaktaufnahme mit den Glaubenswelten des urbanen Stammes der Postmoderne (Ey, wie cool die sind!)

2. Hebel-Phase: Emotionales „Freischwimmen“ = Zweifel am evangelikalen Stamm der Väter schüren (Ey, wie kalt die sind!)

3. WortHaus-Phase: Theorieschulung -> Mit neoliberaler Theologie den Stamm der Evangelikalen alt aussehen lassen.
(Ey, wie rückständig die sind!)

4. GofiLeaks-Phase: Flucht aus dem Heimatstamm. Der alte Tribe wird verlassen und anschliessend der Lächerlichkeit preisgegeben. Endgültiger Bruch. (Ey, wie peinlich die sind!)

5. BolzWeber-Phase: Verwurzelung in einer der vielen Subkulturen (Queer/Aktivismus/Social Gospel etc.) des neuen postevangelikalen Regenbogen-Stammes. (Ey wie open minded wir hier alle sind!)

10? Denunziations-Phase: Offene Beteiligung an Denunziation und Verfolgung der ehemaligen Stammesgeschwister im Auftrag des neuen LGBT-Papst? ( Ey, was für Verbrecher das in Wirklichkeit sind!)

Im urbanen Umfeld der neuen Hipster-Stämme gehört Akzeptanz von Homosexualität zu einem der wichtigsten Initiations-Riten und das Kainsmal Homokritik führt dort zum sofortigen Stammesausschluss.

Biografisch haben sich doch die heute progressiven Evangelikalen auf dem Gebiet der Sexualethik der neoliberalen Theologie der Akzeptanz homosexueller Lebensformen erst angeschlossen, als sie in diese Stammesgebiete umgesiedelt sind und von deren coolen Ureinwohnern akzeptiert werden wollten.

Dass man auch Erfolg in urban-postmodernen Milieu haben kann, ohne einen Linksruck mitmachen zu müssen zeigt der schon oben erwähnte New Yorker Pastor Timothy Keller, der den dort ansässigen Kreativen und postmodernen Skeptikern mit apologetisch-philosophischen Predigten eine geistliche Heimat bietet.

Und zur politischen Verortung von uns Evangelikalen hat Keller auch einiges zu sagen:

>>Die Christen waren Fremde … sie waren nicht wie die Griechen, sie waren nicht wie die Römer, sie waren nicht wie die Juden … sie waren Fremde!
Nun, Du sagst jetzt das war damals! Nun denke darüber mal für eine Sekunde nach. Wenn es heute eine Gruppe von Leuten gäbe … die denselben biblischen Werten folgen würden: blutrünstige Sportarten und Militarismus ablehnen, Frauen fördern, in der Vermischung von Rassen schwelgen, radikales Eintreten für die Armen …
Was für eine Gruppe ist das? Hört sich ziemlich links an! Verbot von Abtreibung, außerehelichem Sex, homosexuellen Praktiken, darauf bestehen, daß Jesus der einzige Weg zu Gott ist …
Wonach hört sich das an? Hört sich an wie eine schrecklich konservative Gruppe. Weißt Du was? Wir sind immer noch Fremde!

Wir passen nicht in den westlichen relativistischen Individualismus, wir passen nicht in die traditionelle hierarchische Gesetzlichkeit. Wir passen nicht da rein! Wir passen nicht zum Konservativismus – und wir passen nicht zur Linken! Wir sind schon immer Fremde gewesen!<<

Timothy Keller at Redeemer Presbyterian Church on November 20, 2005. Series „The Vision of Redeemer“. Scripture: 1. Peter

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