Von der Lebenszeitvernichtung nicht mehr ganz so junger Frauen

„Ich bin morgens immer müde, aber abends werd ich wach …“ Hier ist eine nicht mehr ganz so junge Frau, die beschreibt, wie sie Nacht für Nacht wertvolle Lebenszeit in Diskotheken vernichtet. Letztendlich läßt sie der Hunger nach Leben nicht zur Ruhe, nicht zum Schlafen kommen. Sie süchtig nach dem Mark, nach der Essenz des Lebens, das sie tief in sich hineinsaugen will. Jede Kontrollinstanz der Vernunft, die sie zu einer angemessenen Menge Schlaf führen würde hat sie ausgeschaltet. Um sich auch taub für die Signale ihres Körper zu machen hat sie die gerade angesagten „Wachmacher“ eingeworfen. Die Extase soll niemals enden. „Kein Grund zu gehn es ist erst 5.30 … kein Grund zu gehn es ist erst 6.30…“ Auch wenn Berlin – der Heimatort der Sängerin – keine Sperrstunde hat, irgendwann gehen die Lichter an und die Sonne geht auf. Dann muß eine verschwitzte, ungewaschene, vollkommen erschöpfte Frau unter die Dusche. Auf sie wartet eine Horrorschicht an ihrer Arbeit, die sie – wenn überhaupt – nur mit Unmengen Kaffee durchsteht. Und aus dieser vollkommen übermüdeten Perspektive so um 14 Uhr war all die nächtliche Extase eigentlich nicht mehr als nur „ein Haschen nach Wind“, wie es König Salomo im Alten Testament (Prediger 1,14) formulierte …

Aber sehen wir mal ein bißchen hinter all den hedonistischen Nihilismus: Diese Frau ist ein Geschöpf Gottes. Er hat sie nach seinem Ebenbild geschaffen, damit sie ihn sucht und mit ihm kommuniziert. Ihre ruhelose Suche nach den „Teenage Kicks“ auf dem Dancefloor kann dieses Loch nicht stopfen und irgendwo tief in sich drin weiß sie das auch …
… Augustinus von Hippo, der vor 1700 Jahren in den exklusiven tunesischen Etablisments das hedonistische Leben eines steinreichen Hipsters führte und dessen gläubige Mutter jahrelang dafür betete, daß er zu Gott finden möge, hat wahrscheinlich ähnliches erlebt wie diese Frau.

Augustinus fand Gott schließlich und faßte seine Zeit der Suche und der durchgetanzten Nächte in einem Gebet zusammen: „Du hast uns auf dich hin geschaffen und unruhig ist unser Herz, bis es Ruhe findet in dir“ …
… Amen!