Europäischer Menschengerichtshof schwächt nicht die Autonomie der Kirche sondern fordert klare Regelungen

Im konkreten Fall ging es um einen Organisten, dem von der katholischen Kirche wegen „Ehebruchs und Bigamie“ gekündigt wurde. Der europäische Menschengerichtshof hat die Kündigung für illegal erklärt und dem Organisten einen Schadensersatz von 40.000€ zugesprochen.

In verschiedenen Medien und Foren wurde diese Entscheidung vorschnell so verstanden, dass die Autonomie der Kirchen durch das Urteil geschwächt wurde und Ehebruch akzeptiert werden müsse. Genau darum ging es bei diesem Urteil aber nicht, „Europäischer Menschengerichtshof schwächt nicht die Autonomie der Kirche sondern fordert klare Regelungen“ weiterlesen

Das Problem der nichtreduzierbaren Komplexität

Das Konzept der nichtreduzierbaren Komplexität wurde von Michael Behe formuliert und ist unter Kreationisten und Anhängern des Intelligent Designs ein beliebtes Argument gegen die Evolution. Der Kerngedanke ist einfach, dass es Strukturen gibt, die aus mehreren Funktionseinheiten bestehen, die erst im Zusammenspiel funktionieren. Ein beliebtes Beispiel hierfür ist der Bombardierkäfer, der zwei Substanzen durch eine dritte zur Explosion bringt, um Angreifer abzuschrecken. Jede Substanz für sich ist wirkungslos, auch die Drüsen, die erforderlich sind, die Substanzen über einen Kanal in einen gepanzerten Raum zu spritzen, in der sie explodieren. Das System funktioniert nur, wenn alle drei Substanzen produziert und gezielt zusammen geführt werden können, wenn es einen ausreichend stabilen Raum für die Explosion gibt und die Fähigkeit, die Substanz auch in die richtige Richtung zu spritzen. Die einzelnen Teile sind also nicht nur nutzlos sondern auch nicht ganz ungefährlich für den Käfer. Evolutionsforscher haben an diesem Käfer keine große Freude, aber ist er wirklich ein Beispiel für nichtreduzierbare Komplexität? Und wenn ja, wie könnte man sie überhaupt nachweisen? „Das Problem der nichtreduzierbaren Komplexität“ weiterlesen

Wovon gibt es im Kindergarten zu wenig, wovon zu viel?

In Kindergärten gibt es zu wenig

  • Playmobil
  • Lego
  • die Möglichkeit, an derselben Stelle weiter zu spielen, an der man am Tag vorher aufgehört hat
  • zu töpfern
  • sich die Füße in Pfützen schmutzig zu machen
  • gute Bücher, die zu den Interessen des jeweiligen Kindes passen
  • Trost, wenn man weint
  • Ruhe, wenn man sich auf ein Spiel konzentrieren möchte
  • Gelegenheiten, seine Lieblingslieder zu hören
  • die Möglichkeit, mit einem Erwachsenen gute Kinderfilme anzusehen
  • Zeit und Interesse, um über die großen Fragen des Lebens zu diskutieren
  • abwechslungsreiches Essen

 

Dafür gibt es zu viel

  • Banden (man gehört zur Bande und ordnet sich bedingungslos unter oder man wird bedroht – auf diese Weise lernen Kinder früh, sich in einer Anarchie zurecht zu finden) und daher
  • Angst vor anderen Kindern
  • Streit, der nur dadurch beigelegt werden kann, dass die schwächeren Kinder sich zurück ziehen müssen
  • unterforderndes Spielzeug
  • Unruhe
  • schlecht erzogene Kinder, die den Wortschatz der anderen unnötig ergänzen

Was machen Kinder eigentlich im Kindergarten?

Der folgende Bericht entstand, nachdem ich einen Tag lang in einem Kindergarten hospitieren konnte.

Im Kindergarten gibt es in der Regel eine Phase, in der die Eltern ihre Kinder bringen und eine Phase, in der keine Eltern mehr kommen sollten. Die erste Phase ist dadurch bestimmt, dass Erzieher hoch pädagogisch direkt neben den Kindern sitzen und mit ihnen malen oder vorlesen. Die zweite Phase ist dann etwas entspannter, dann kann man sich mal zusammen setzen und etwas plaudern oder ein paar Sachen am Computer erledigen.

Zwischen den typischen Kindergartenkindern laufen teilweise auch kleine Kinder wie Henri (Name ist erfunden) herum. Er ist knapp 2 und wirkt etwas verloren. Um mit anderen Kindern zu spielen, ist er noch zu klein, Spielzeug, mit dem Kinder sich auch längere Zeit mal alleine beschäftigen können, ist zu kompliziert. Henri wirkt etwas rastlos und weint viel. Als eine Erzieherin die andere anspricht, dass jemand in ihrer Gruppe weint, sagt die abwehrend „Ja, das kommt vor, das legt sich gleich wieder“.

Wer den Kindern beim Spielen zu sieht, staunt zunächst darüber, wie viel Aggressivität diese Spiele enthalten. Dass sie sich regelmäßig auf alle erdenliche Weise töten wollen, scheint normal zu sein. Die Mittel sind vielfältig: totzaubern, erschießen, erschlagen etc.. Erzieher springen in der Regel nur dann ein, wenn kleine Jungs allzu offensichtlich einen Gegenstand als Pistole hoch halten. „Hey, hey, hey, gib das sooooofort her! Das wollen wir hier nicht sehen!!!“

Wenige Minuten später kippt die Stimmung und es kommt zu einer Rangelei – ca. 70cm neben zwei Erzieherinnen, die in ein Gespräch über Kollegen und die Personalpolitik vertieft sind – aber niemand greift ein. Dabei fällt ein Junge, prellt sich die Hüfte und beginnt zu weinen. Erst jetzt bemerkt eine Erzieherin, was los ist und sagt scharf „Aufstehen! Nix passiert!“

Er erklärt ihr unter Tränen, was tatsächlich passiert ist und der Übeltäter wird kurz darüber belehrt, dass man nicht schubsen darf.

Im Stuhlkreis singen die Kinder jetzt ein Lied. Offenbar liebt die Erzieherin fröhliche Lieder und stellt den Kassettenrecorder ganz laut. Für Henri offenbar schon zu laut, denn er weint wieder. Aber eine echte Frohnatur lässt sich von Kindern ja nicht die gute Laune verderben, deswegen wird das Lied bis zum bitteren Ende gesungen. Das nächste Lied ist dann leiser und heißt „Nackidei“ (von Rolf)

„Der Eber sagt zu seiner Frau, hör zu du kleine süße Sau, wir machen heut‘ ’ne Schweinerei, und gehen‘ mal wieder Nackidei. usw“

Die Kinder grölen das Lied aus vollem Hals mit („Nackidei, Nackidei, keiner findet was dabei…“), sie haben es offenbar schon oft gesungen.

Im Gespräch mit den Kindern erfahre ich, dass manche von Ihnen nach dem Kindergarten direkt von der Tagesmutter abgeholt werden und erst am Abend ihre Eltern sehen. Was sie aus dem Urlaub erzählen spricht dafür, dass sie ihre Urlaube in sog. „Familien-Hotels“ verbringen, in denen Kinder den ganzen Tag von Erziehern beschäftigt werden, damit die Eltern endlich mal Zeit für sich haben.

Das Spiele-Angebot im Kindergarten ist natürlich nicht so groß wie das Angebot im eigenen Kinderzimmer – und es ist auch nicht an den Interessen der einzelnen Kinder ausgerichtet. Wohl aber am Interesse der Angestellten, denn die meisten Spielsachen haben den Vorteil, dass sie sich leicht zusammen räumen lassen. An Playmobil oder größere Lego-Landschaften ist da natürlich nicht zu denken. Vorrangig wird mit Buntstiften gemalt – und immer wieder Buntstifte, Prickelbretter – und ein paar Brettspiele.

Was aber sogar Henri an diesem Tag gelernt hat, ist dies: es gibt niemanden, der sich für dich interessiert, solange er kein Geld dafür bekommt.

popcons junetape 2012

http://www.dragontape.com/#!/5211074

popcons junetape 2012

die ärzte – Ist das noch Punkrock? (Animation), Finn Riggins – „Benchwarmers“: SXSW 2012 Showcasing Artist, M. Ward | The First Time I Ran Away (Official Video), Miniature Tigers / Boomerang (Modern Art), All you Fascists – Billy Bragg and Wilco, Electric Guest – This Head I Hold, HAL – Down In The Valley, Last Dinosaurs – Andy, M.

 

201206 popcons playlist june 2012

A playlist featuring Gary, Lightships, Mind Spiders, and others