Das Patriarchat ist im Christentum unverzichtbar

Die Hierarchie zwischen Mann und Frau wird im NT nicht nur mit dem Schöpfungsbericht (1. Tim 2,13 vor dem Fall und 1.Tim 2,14 nach dem Fall) begründet, sondern auch mit dem Verhältnis des Menschen zu Gott.
Der Mann ist Abglanz Gottes, die Frau Abglanz des Mannes (ebenfalls eine kulturübergreifende Argumentation mit dem Schöpfungsbericht, hier nach 1. Kor 11,7-11).
Noch wichtiger ist die Stelle in Eph. 5,23: „Denn der Mann ist das Haupt der Frau, wie auch der Christus das Haupt der Gemeinde ist…“

Dies kann man im Zusammenhang mit der Anforderung an Älteste lesen, dem eigenen Haus gut vorzustehen (1.Tim 3,4). So wird deutlich, dass der „christliche Feminismus“ entweder die Ordnung in der Familie abschaffen oder umkehren muss. Nun ist die Ehe aber ein Bild für unsere Beziehung zu Gott oder zu Christus, wie folgende Stellen belegen:
Jes 61,10 Ich freue mich im HERRN, und meine Seele ist fröhlich in meinem Gott; denn er hat mir die Kleider des Heils angezogen und mich mit dem Mantel der Gerechtigkeit gekleidet, wie einen Bräutigam mit priesterlichem Kopfschmuck geziert und wie eine Braut, die in ihrem Geschmeide prangt.
Jes 62,5 Denn wie ein junger Mann eine Jungfrau freit, so wird dich dein Erbauer freien, und wie sich ein Bräutigam freut über die Braut, so wird sich dein Gott über dich freuen.
Jer 2,2 Geh hin und predige öffentlich der Stadt Jerusalem und sprich: So spricht der HERR: Ich gedenke der Treue deiner Jugend und der Liebe deiner Brautzeit, wie du mir folgtest in der Wüste, im Lande, da man nicht sät.

Da also die Ehe ein Bild für die Beziehung zwischen Gott/Christus und der Gemeinde ist, stellt der Feminismus das Evangelium in Frage.
Denn wie sollte jemand das Bild hassen und das Original lieben können? Ein Christ wird in dem Verhältnis von Mann und Frau -und hier gerade in dem ungleichen Verhältnis- an seinen Erlöser erinnert. Umgekehrt stört sich der Feminismus an der Erlösungsbedürftigkeit des Menschen und der Rolle Christi als unseres Retters, der sich für uns hingibt, weil es ihn an das Rollenmodell zwischen Mann und Frau im Patriarchat erinnert. Es ist daher kein Wunder, dass Feministinnen an Paulus nicht nur seine Texte über die Ehe kritisieren, sondern auch und noch ausführlicher seine Erläuterungen der Gnade (vgl. hierzu das Buch „Paulus“, hg. von Claudia Janssen).

Eine beliebte Stelle des „christlichen Feminismus“ ist Gal 3,28: „Hier ist nicht Jude noch Grieche, hier ist nicht Sklave noch Freier, hier ist nicht Mann noch Frau; denn ihr seid allesamt einer in Christus Jesus.“ Allerdings geht es hier erstens nur um getaufte Christen (V.27), zweitens und vor allem geht es um das Erbe Abrahams (V.29), und das treten Frauen selbstverständlich ebenso an wie Männer.
Wer daraus ein Argument gegen jede Form von Autorität ableiten möchte, denn nur dann wäre es konsequent, muss erklären, weshalb Abraham zwar der Vater des Glaubens aber nicht der Vater der Anarchie war.

Von Motten und Menschen

In Vorratsräumen oder Küchenregalen kann man – wenn man Pech hat – zarte Fäden auf Haferflocken, Müsli, Nudeln etc beobachten, und wenn man die Packung genauer untersucht, findet man viele kleine weiße sich windene Maden. Es handelt sich dabei vermutlich um die Kinderstube einer Mottenart, die man sich leicht einfängt (weil die Eier schon in neuer Ware enthalten sein können) aber recht schwer wieder loswird. Es gibt eigentlich nur ein Verfahren, dass zwar etwas langwierig ist, aber ziemlich verlässlich zum Ziel führt:
Man füllt zunächst alle kohlenhydrathaltigen Lebensmittel in feste Behälter und stellt Mottenfallen auf. Diese bestehen aus einer klebrigen kleinen Korkscheibe, die mit dem Sexuallockstoff der Mottenweibchen getränkt ist. Die Mottenmännchen riechen das, und bleiben an dem Leim kleben, während die Mottenweibchen ihre Eier vermutlich zum Frühstück essen. Innerhalb von wenigern Wochen lässt sich mit dieser Methode die Reproduktionsrate wirkungsvoll bis auf Null reduzieren.
Es hat mich ehrlich beeindruckt, dass man von einem Tier gezielt ein bestimmtes Hormon ananlysieren und industriell anfertigen kann. Ist das nicht ein beeindruckendes Beispiel dafür, um wieviel intelligenter Menschen als Motten sind?

Kinder unter dem Schutz des Staates

Die „Welt“ berichtet heute über ein Kinderheim auf der Kanalinsel Jersey, das die Frage aufkommen lässt, ob die Horrorbericht alter Heime wirklich überholt sind, oder ob heute nur weniger Interesse an den Kindern des Staates besteht.

Wo der Staat versagt, kann nur privates Engagement greifen. Für christliche Kirchen gäbe es hier ein Aufgabengebiet, dessen Umfang noch im Dunkeln liegt, denn zunächst müsste man versuchen, das tatsächliche Ausmaß der Missstände auch an deutschen Kinderheimen zu ermitteln. Ob der Blick der Öffentlichkeit genügt, um die Missstände zu beseitigen, wird sich zeigen. Vermutlich dürfen Kirchen auf Dauer nicht damit zufrieden sein, dass der Staat soziale Aufgaben übernimmt, sondern müssen dies wieder als ihren ureigensten Bereich erkennen.

Die Linke

Wieviele mögen bei der Parteigründung der Linken gedacht haben „Endlich gibt es wieder eine Partei, die meine Interessen ernst nimmt und mir ein hohes Grundeinkommen sichert“. Andere hatten vielleicht eine höhere Besteuerung von großen Unternehmen im Sinn, aber ich bezweifel doch ernsthaft, dass die Wähler der Linken langfristig enteignet werden wollten. Aber eben hierzu, und vor allem zur Enteignung „kleinen und mittleren Eigentums“ bekannte sich der Landesvorsitzende und Bundestagsabgeordnete Dieter Dehm, wie die FAZ berichtet.
Die FAZ bezieht sich dabei auf einen Text von Dehm aus dem Jahre 2001:
Dehm erklärt hier, inwiefern und weshalb der Kommunismus gescheitert ist und wie ein moderner Kommunismus aussehen sollte. Er möchte bei dem nächsten Anlauf noch für längere Zeit das kapitalistische Wirtschaften kleiner und mittlerer Betriebe zulassen, aber, wenn ich ihn richtig verstehe, dies als Vorlauf für einen in ferner Zukunft liegenden richtigen Kommunismus sehen, in dem es dann überhaupt kein privates Eigentum mehr gibt. Durch diese Vorbereitung der Menschen, sollen die genannten „Ängste vor Enteignung“ abgebaut werden, indem man zunächst nur die großen Betriebe und Konzerne verstaatlicht.

Sollte es Wähler geben, die wirklich genau das, also ihre eigene Enteignung, wollten, dann möchte ich sie an dieser Stelle ohne jede Ironie darauf hinweisen, dass das kommunistische Ideal im privaten Rahmen m.W. auch in der BRD verwirklicht werden kann. Es steht jedem frei, sich in einer Kommunität zusammen zu schließen und einfach mal auszuprobieren, wie gut man ohne privates Eigentum zurecht kommt. Wer aber sein Eigentum behält und die Eigentumslosigkeit propagiert, ist ein Heuchler. Und wenn sich jemand schon selbst nicht überzeugen kann, wieviel weniger wird er ein ganzes Land überzeugen. Es ist daher in der Heuchelei der Grund für die Diktatur gelegt. Und Kommunismus, der auf der politischen Ebene erst beginnt, ist immer Heuchelei.

Die Mäuseorgel

Monty Python-Fans kennen natürlich längst dieses legendäre Instrument: Ein russischer Kleinkünstler betritt die Bühne eines Varietes o.ä. und bringt ein Instrument mit, dass nicht viel mehr als ein länglicher bemalter Kasten ist. Darin befinden sich in kleinen Fächern Mäuse, deren Schwänze alle auf der Seite des Künstlers heraushängen. Ein Ton entsteht, wenn der Künstler mit einem großen Holzhammer auf einen der Schwänze klopft, worauf das entsprechende Tier kurz aufquietscht. Wenn man mit ein wenig Geschick die richtigen Mäuse in die richtige Reihenfolge bringt, kann man auf diese Weise leidlich eine Melodie spielen.
Das war natürlich nur ein (sehr britischer) Scherz. Aber ich musste in der letzten Zeit öfter an diese Mäuseorgel denken. Nach meiner Beobachtung handelt es sich dabei nämlich um ein völlig unterschätztes politisches Instrument. Ich möchte das einmal an ein paar Beispielen verdeutlichen:
Will eine Partei etwas gegen Kopftücher sagen, dann verwendet sie dazu am besten eine Vorzeige-Muslima, die zum richtigen Zeitpunkt alle Muslima auffordert, ihre Kopftücher abzulegen. Gibt es ein Problem mit Christen, dann quieken sofort die „Christen bei den Grünen“ auf und versichern, dass sie absolut kein Problem mit dem Vorgehen ihrer Partei hätten.
In Zukunft werden wir uns an diese Mäuseorgel gewöhnen müssen. Dann hören wir vermutlich noch von den „Arbeitnehmern in der FDP“, die den Lohnabschluss für zu hoch halten, von „Umweltschützern in dem Konzern XY“, die Heidelandschaften aus biologischer Sicht für entbehrlich halten und von den „Kozernchefs bei der LINKEN“, die vehement für die Erhöhung der Erbschaftssteuer eintreten. Wer die Kunst beherrscht, alle wichtigen Töne aus seiner gutsortierten Mäuseorgel hervorzulocken, hat die besten Chancen zu gewinnen. Derzeit sind die Grünen auf diesem Instrument allerdings unschlagbar.
Ob sich die Deutschen mit so einer Diskussionskultur auf Dauer zufrieden geben, wird sich zeigen. Der russische Kleinkünstler von Monty Python wurd übrigens von dem empörten Publikum verjagt.

Todesursache: Christliche Therapie?

Durch zahlreiche Untersuchungen zum Zusammenhang zwischen Religiosität und psychischer Gesundheit hat sich bestätigt, was Christen auch so empfinden: der Glaube an das ewige Leben und das Wissen, Frieden mit Gott zu haben, helfen im Umgang mit Schwierigkeiten im Leben.
Grundsätzlich können sich christliche Therapeuten dadurch bestätigt und ermutigt fühlen, den Glauben eines Patienten aktiv in die Therapie mit einzubeziehen. Trotzdem gibt es eine christliche Form der Therapie, die im Verdacht steht, schädlich zu sein: die Konversionstherapie Homosexueller, also eine Therapie, deren Ziel darin besteht, die homosexuellen Wünsche loszuwerden. Sie verschlechtere den Zustand der meisten Homosexuellen und führe zu schweren Depressionen bis hin zum Suizid. Grund genug also für die Frage „Wie gefährlich ist eine Konversionstherapie?“.

Einen kleinen Überblick über den Forschungsstand bietet die Seite von Wagner und Rossel. Hier stehen im Wesentlichen die Studie von Spitzer (2003) den Studien von Shidlo und Schroeder (2002) und Beckstead und Morrow (2004) gegenüber. Weil der Text eine Zumutung für die Augen ist, gebe ich die Eckdaten zu den Studien noch einmal wieder:
In der Studie von Spitzer wurden strukturierte Telefoninterviews mit 274 Personen durchgeführt, die sich einer Konversionstherapie unterzogen hatten. Nach der Therapie berichtetn keine Frau und ein Prozent der Männer, anschließend gleichgeschlechtliche Kontakte gehabt zu haben. Auf einer Skala von 0 bis 100 konnten die Befragten angeben, wie groß ihre Neigung zum anderen und zum gleichen Geschlecht war, wobei 0 für das rein heterosexuelle und 100 für das rein homosexuelle Empfinden steht. 53% der Männer und 23% der Frauen erreichten einen Wert von über 20 und entsprechend 47% der Männer und 77% der Frauen einen Wert unter 20. Oder anders gesagt: bei knapp der Hälfte der Männer und über dreiviertel der Frauen entsprach das Ergebnis den Erwartungen einer Konversion.
Vor der Therapie schätzten sich 43% der Männer und 47% der Frauen als „markedly or extremly depressed“. Nach der Therapie lagen die Werte bei 1% und 4%.
Wagner und Rossel weisen an dieser Stelle natürlich darauf hin, dass es in der Studie keine Kontrollgruppe gegeben hätte und auch sonst diverse Standards an Befragungen nicht eingehalten worden seien (keine Messergebnisse über einen längeren Zeitraum sondern nur retrospektive Selbsteinschätzung, selektive Auswahl der Probanden…etc.). Wobei sie ehrlicherweise hätten darauf hinweisen müssen, dass die gleichen Fehler auch bei den anderen beiden Studien vorzuliegen scheinen. Denn hier ist die Stichprobe mit „50 Mormonen“ nicht nur erheblich kleiner, sie ist offensichtlich selektiv (Mormonen zählen nicht zu den christlichen Kirchen sondern haben eine völlig eigene Heilslehre entwickelt!) und es wird ebenfallskeine Kontrollgruppe angegeben. Und auch hier bezieht sich der Text auf das Ergebnis einer Telefonbefragung. Die Ergebnisse bei Shidlo und Schroeder und bei Beckstead und Morrow sind allerdings ungleich schlechter:
Sie stellten „massive negative und schädliche Effekte“ bei den Teilnehmern von Konversionstherapien fest. Bei einem „großen Prozentsatz“ (5%, 10%, 20%, 90%?) ergab sich eine „Verstärkung der psychischen Problematik von Depression, Ängsten und Selbsthass bis hin zur Suizidalität. Bei 18% der Befragten traten Suizidversuche und „Nervenzusammenbrüche“ auf.“

Dieses Ergebnis klingt dramatisch, es ist aber bei näherem Hinsehen praktisch wertlos:
Erstens kann ein „großer Prozentsatz“ alles bedeuten, denn auch 1% Suizide ist ein hoher Prozentsatz.
Zweitens ist unter diesen Prozentsatz alles mögliche zusammengefasst, also neben den Suiziden auch Ängste und „Selbsthass“. Die moralische Ablehnung der Homosexualität – die man bei Homosexuellen, die sich einer Therapie unterstellen, ja fast erwartet – schlägt in diesen Studien ebenfalls auf der Seite mit den „negativen Konsequenzen“ zu Buche. Wieso hat man die interessanteste Frage nach der Anzahl der Suizide nicht beantwortet sondern sie mit den nebulösen „Nervenzusammenbrüchen“ zusammengefasst (heißt „Nervenzusammenbruch“, der Patient hat geweint, ist er in Ohnmacht gefallen…der Begriff ist nicht eindeutig bestimmt, verwässert das Ergebnis aber erfolgreich). 18% Suizide wäre viel, 18% weinende Patienten wären wenig.
Drittens darf man nicht den Vergleich einerseits mit anderen Homosexuellen und anderen psychisch Kranken vergessen: Nach einer Studie von Plöderl (2005) könnte in Deutschland nach Hochrechnungen jeder zweite Suizidversuch von Homo- und Bisexuellen verübt werden. Vor diesem Hintergrund nimmt sich die Tatsache, dass es eine nicht genannte Anzahl von Suizidversuchen bei Teilnehmern einer Konversionstherapie gibt, interpretationsbedürftig aus. Denn es ist durchaus möglich, dass nach einer Konversionstherapie weniger Selbstmordversuche verübt werden als es sonst unter Homosexuellen üblich ist! In diesem Fall könnte man mit den gleichen Argumenten also von einer groben Fahrlässigkeit sprechen, Homosexuellen keine Therapieangebote zur Veränderung ihrer sexuellen Neigungen anzubieten.
Davon abgesehen gehören Selbstmorde und Verzweiflung auch bei anderen Therapien immer wieder dazu, gerade bei solchen, wo die Behandlung (noch) wenig Erfolge zeigt (Depression bei älteren Menschen ist eine ziemlich zähe Sache, ebenso Alkoholismus, Borderline-Persönlichkeiten etc…). Und es kann durchaus sein, dass der Auslöser für die Verzweiflung immer wieder auch die durch eine Therapie geweckte Erwartung/Hoffnung ist, die sich nicht erfüllte. Das nimmt man als Treiberstachel der Wissenschaft hin und arbeitet an besseren Therapien, ohne dass eine Partei hier Handlungsbedarf sähe.
Viertens wäre der Suizid, wenn er denn auf dem christlichen Schuldkonzept beruht, eine sehr untypische Reaktion. Wenn jemand aufgrund seines christlichen Glaubens eine Sünde bei sich erkennt, dann glaubt er auch an das stellvertretende Sühneopfer Christi. Sonst könnte man nicht von der Wirkung des Christentums sprechen sondern bestenfalls von der Wirkung eines nicht oder nicht korrekt vermittelten Evangeliums! Wer seine Sünden nicht vergeben bekommen will, der verhärtet sich nach meiner Erfahrung hinterher eher – tatsächlich kommt diese Gruppe ebenfalls in der Studie von Spitzer vor: Homosexuelle, die sich gerade aufgrund der Konversionstherapie mit ihrer Homosexualität abgefunden haben. Der Fall, dass jemand aufgrund seines christlichen Glaubens immer stärker unter seiner Sünde leidet und dann Selbstmord verübt, kann man schwerlich dem christlichen Glauben in die Schuhe schieben. Wohl aber ein verstärktes Leiden an der eigenen Sünde und der Sehnsucht nach Vergebung. Ich will nicht ausschließen, dass sich für einen außenstehenden Beobachter echte Buße nicht von einer weltlichen und hoffnungslosen Verzweiflung unterscheiden lässt. Aber Sündenerkenntnis fühlt sich eher wie ein aufgeplatztes Eitergeschwür an, das schon den Keim der neuen Hoffnung in sich enthält. Das ist nicht der Stoff, aus dem die Suizide gestrickt sind 😉

Fazit: Ich habe also immer wieder die stereotype Warnung vor Konversionstherapien im Internet gefunden, aber nicht ein einziges plausibles Ergebnis, dass diese Warnung rechtfertigen würde. Allerdings kann man mit Sicherheit die grundsätzliche Veränderbarkeit von homosexuellen Empfindungen durch Studien belegen. Dieses Ergebnis ist unabhängig von jeder Kosten-Nutzen-Analyse und auch unabhängig von der tatsächlichen Anzahl an Patienten, die ihre Sexualität erfolgreich verändert haben. Homosexuelle haben sich ihre sexuelle Identität vermutlich nicht ausgesucht, aber sie sind ihr offensichtlich nicht ausgeliefert.

Die ethische Frage bleibt von den therapeutischen Überlegungen also unberührt. So wie auch manche Atheisten darauf hinweisen, dass das Christentum noch lange nicht wahr ist, nur weil sich seine Anhänger damit „gut fühlen“, so spricht der Grad der Verzweiflung eines Homosexuellen weder für noch gegen sein Verhalten. Hierfür ist allein das Wort Gottes ausschlaggebend.

Der Kampf der Grünen gegen das Christentum

Die Grünen haben eine „Kleine Anfrage“ an den Bundestag eingereicht, in dem sie offenkundig bestrebt sind, bereits die These von der veränderlichen Homosexualität als verfassungsfeindlich einstufen zu lassen.

Die Antwort des Bundestages fällt zurückhaltend aus, weil man einerseits die Therapie Homosexueller ablehnt, andererseits aber nicht so weit gehen möchte, die von den Grünen namentlich genannten christlichen Vereinigungen als „extremistisch“ einzustufen.

Die entscheidende Frage, nämlich ob die Einstufung der Homosexualität als Sünde, verfassungsgemäß ist, wurde vom Bundestag nicht eindeutig geklärt. Aber die Grünen werden sich mit dieser Unklarheit nicht zufrieden geben.

Man könnte jetzt natürlich eine billige Retourkutsche fahren und untersuchen, wievielen Menschen es nach ihrer Abkehr vom Christentum jetzt schlechter geht als vorher und wieviele sogar in Verzweiflung und Selbstmordgedanken verfallen um analog für ein Verbot von atheistischen Konversionsversuchen zu plädieren (was ich sehr bedauern würde, weil ich sehr gerne mit Atheisten diskutiere).

Aber noch wichtiger als einem Homosexuellen Konversionstherapien anzubieten ist ohnehin, ihn auf die Möglichkeit zur Vergebung seiner Schuld hinzuweisen – auch solange er noch nicht geheilt ist. Christen würden Homosexuellen gegenüber eine große Schuld auf sich laden, wenn sie den Eindruck erweckten, man müsse erst frei von verderbten Gedanken sein, um Christ werden zu können. Nicht irgendwelchen therapeutischen Angebote sollten im Vordergrund stehen und das Evangelium vielleicht heimlich in die Therapie und Seelsorge einfließen, sondern umgekehrt sollten wir im Kontakt mit Homosexuellen – auch wenn sie den Kontakt eigentlich nur zum Provozieren suchen sollten – das Evangelium der freien Gnade Gottes und der Möglichkeit zur Buße vor uns hertragen und die therapeutische Begleitung als zweitrangig betrachten.

Sind Sie wissenschaftlicher als der Kreationismus? Testen Sie jetzt!

Kreationisten sind Christen, die aufgrund eines Bibeltextes eine herrschende wissenschaftliche Theorie anzweifeln. Und egal, wie gut ihre Argumente sind und wie schwach die Argumente ihrer Gegner, ihnen bleibt immer der Makel, ihre Position letztlich auf einen Bibeltext zu gründen. Denn kein Kreationist behauptet, er habe den Schöpfungsbericht mit wissenschaftlichen Methoden selbst entwickelt. So ist es, und das kann ich als überzeugter Kreationist auch nicht leugnen.

Allerdings glaube ich, dass dieses Vorgehen nicht typisch für Kreationisten ist. Hier ein paar Beispiele:

Nach allem, was die Wissenschaft sagen kann, erreichen Frauen in einem Intelligentest durchschnittlich einen etwas niedrigeren Punktwert als Männer. Dass sie dennoch durchschnittlich einen IQ von 100 haben, liegt einfach daran, dass ihr IQ anders berechnet wird als der IQ der Männer. D.h. die IQ-Werte lassen immer nur Aussagen über die Intelligenzverteilung innerhalb eines Geschlechtes erkennen, weil man die Möglichkeit, über die Einflüsse des Geschlechtes auf die Intelligenz etwas sagen zu können, nicht bieten möchte. Aber Fakt ist: Frauen erreichen auf einer Tabelle für Männer durchschnittlich niedrigere IQ-Werte.
Ist das ein Schlag für den Feminismus? Eine richtige Feministin wird bis zum Umfallen dabei bleiben, dass da irgendwelchen geheimen Deprivationsmechanismen im Ergebnis durchgeschlagen seien, auch wenn man diese noch nicht als Faktor herausrechnen kann. Irgendwann werde die Wissenschaft schon beweisen können, dass Frauen eben doch nicht dümmer seien, sondern sogar ganz im Gegenteil, o.ä….
Und theoretisch kann diese Feministin natürlich recht haben. Nur faktisch widerspricht sie aufgrund ihrer Weltanschauung einer wissenschaftlichen Erkenntnis.

Zweitens gibt es Wunder, die historisch so gut bezeugt sind, wie überhaupt irgendetwas historisch bezeugt sein kann. Wird ein Atheist dies von seinem Glauben abbringen? Nein, er wird zur Not alle Standards der Geschichtswissenschaft über Bord werfen um an der Überzeugung festzuhalten: es gibt nichts Außer- und nicht Über-natürliches. Und wenn man ihn direkt an einem Wunder teilhaben ließe, dass allen Naturgesetzen widerspräche, dann würde er darauf verweisen, dass wir ja noch nicht alles über die Natur wüssten. Und ist der Einwand berechtigt? Natürlich, denn niemand kann das Gegenteil beweisen. Aber faktisch widerspricht auch er aufgrund seiner Weltanschauung einer wissenschaftlichen Erkenntnis.

Und der Evolutionsbiologe selbst ist keinen Deut besser: es gilt als ein Naturgesetz, dass Leben nur aus Leben entsteht. Etwas anderes ließ sich noch nie, auch nicht im Ansatz, experimentell nachweisen. Dennoch gehen alle Evolutionsbiologen davon, dass sich das erste Leben auf unerklärliche Weise aus anorganischem Material entwickelt haben muss (gut, es gibt ein paar, die auf den Einfluss Außerirdischer zurückgreifen, oder sogar *staun* auf den Einfluss Gottes…).
Und die bekannte Metapher von der Evolutionstheorie als „Mosaik“, dem noch ein paar Steinchen fehlen, verschleiert nur unvollkommen die Tatsache, dass die Mechanismen der Evolution keineswegs die Entwicklung der Biodiversität befriedigend erklären können. Hier gibt es bis heute viel Uneinigkeit unter Biologen. Aber das hindert sie nicht daran, ihre Theorie zu verteidigen.
Und ist es theoretisch nicht denkbar, dass sie noch auf Entdeckungen stoßen, mit denen man wieder leichter einen Entwicklungsabschnitt mit den Mechanismen der Evolution erklären kann? Natürlich, aber faktisch halten Evolutionsbiologen derzeit wider besseren Wissens an ihrer Theorie fest und leben z.T. von Erkenntnissen, die sie noch nicht gemacht haben.

Fazit: Niemand ist dem „Stand der Wissenschaft“ ausgeliefert. Und dieses Recht möchte ich an dieser Stelle in aller Bescheidenheit auch für den Kreationismus in Anspruch nehmen.

Die Artikel auf theocons, die sich mit der Evolutionstheorie aus einandersetzen und u.a. eine Erklärung der Fossilabfolge vorstellen, finden Sie hier.

Wieviel darf der Staat Steuern?

Die Empörung über reiche „Steuersünder“ ist groß. Bei mir überwiegt die Empörung über die Abgabenlast in Deutschland. Der Spitzensteuersatz betrifft mich zwar nicht, aber er lässt durchaus die Frage aufkommen, wo eigentlich die ethischen Grenzen der Steuerpolitik liegen.
Denn wenn es nicht gerade der Staat wäre, der Menschen mehr als die Hälfte ihres Besitzes wegnimmt, dann hätte jeder Verständnis für das Bemühen, sein Eigentum in Sicherheit zu bringen und jeder würde sich über den Dieb aufregen, wenn er doch sein Ziel erreicht. Allein die Tatsache, dass es der Staat ist, der die Regeln bestimmt, führt dazu, dass aus einem Schutzinstinkt eine „Sünde“ wird und der Beraubte sich noch öffentlich als „Dieb“ und „Krimineller“ beschimpfen lassen muss.
Ich will gar nicht das grundsätzliche Recht des Staates auf Steuern in Frage Stellen. Ich halte aber einerseits das Recht eines Staates auf Steuern für begrenzt und andererseits die deutschen Strafen auf Steuerdelikte für unangemessen hoch.

„Der Botschafter des Fürstentums, Prinz Stefan von und zu Liechtenstein, wies im Sender N24 darauf hin, dass das Thema in seiner Heimat ein anderes Gewicht hat: «Wenn jemand bei uns in Liechtenstein Steuern hinterzieht, dann ist das so, wie wenn sie eine Verkehrsübertretung machen.» Steinbrücks Sprecher sagte, dass es sich bei Steuerhinterziehung um kriminelle Taten handele. Die betroffenen Personen handelten wie Diebe, Räuber oder Hehler.“ (welt online)

Und die werden in Deutschland entsprechend bestraft:

„Ondracek trat zudem dem Eindruck entgegen, deutsche Gerichte zeigten sich zu milde gegenüber Steuersündern. „In Steuersachen sind Gefängnisstrafen keine Ausnahmen.“ Jedes Jahr würden Haftstrafen zwischen 1500 und 1600 Jahre wegen Steuerhinterziehung verhängt, sagte er. Nach dem derzeit geltenden Recht drohen Steuersündern bis zu zehn Jahre Freiheitsstrafe. Er beklagte jedoch, dass zu viele Verfahren mit einem „Deal“ endeten.“ (faz)

Die Koalition denkt natürlich über noch härtere Strafen nach und wird sie vermutlich auch einführen. Aber warum genügt es nicht, die vorenthaltenen Steuern um meinetwegen das dreifache zurückzufordern? Wieso sollen Steuerhinterzieher denn ins Gefängnis? Soll etwa deutlich gemacht werden, dass dies die letzte in Deutschland gültige Ethik ist: die Sünde wider den Staat?
Wenn dieser Eindruck entsteht, ist es Zeit für Christen zu widersprechen: Der Staat ist nicht der Urheber der Ethik sondern ein Diener Gottes. Wo eine Regierung vergisst, wem sie Rechenschaft schuldet, wird sie verantwortungslos und kennt in ihrer Gier und Gestaltungswut keine Grenzen. Und wo sie Gottes Recht wahren soll, lässt sie nur das Gesetz ihrer Gier gelten und gibt dies als Tugend aus.
Dabei gilt:
Spr 29,4 Ein König richtet das Land auf durchs Recht; wer aber viel Steuern erhebt, richtet es zugrunde.

Was verstehen die „Grünen“ unter „Minderheitenschutz“?

Nach einem Bericht von idea hat der Erste Parlamentarische Geschäftsführer, Volker Beck, sich in einem Brief an die Kuratoriumsmitglieder des Christivals, das unter der Schirmherrschaft von Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen (CDU) steht, gewandt, weil der Christival-Vorsitzende Roland Werner (Marburg) Bücher geschrieben und Vorträge gehalten habe, die eine „Homosexuellenheilung“ zum Thema hätten, so Beck. Sie seien gesellschaftspolitisch „Teil einer minderheitenfeindlichen und antihomosexuellen Debatte“.

Hat da jemand was von einer Debatte gesagt? Also Debatten sind m.W. diese Dinger, wo zwei Seiten mit Argumenten ihre Ansichten verteidigen. Nur sehe ich im öffentlichen Leben nur eine Ansicht, und die kommt – eben deshalb – ganz ohne Argumente aus. Deshalb können „Mediziner und Ärzte“ vor den Folgen einer Homosexuellenheilung warnen, ohne dass jemand mal blöd nach den Untersuchungen fragt, aus denen das hervorgehen soll.

Dass bei Christen eine antihomosexuelle Haltung vorliegt, will ich mal schwer hoffen, da die Homosexualität zu den schwersten Sünden in der Bibel zählt. Aber was genau soll daran „minderheitenfeindlich“ sein? Erstens sind m.W. 1- 3 % der Gesamtbevölkerung schwul oder lesbisch, während die Evangelikalen wohl kaum auf 1 % kommen (wenn man mal die Gottesdienstbesucher einer Stadt in evangelikalen Gemeinden zusammenzählt). Zweitens ist es ja wohl kaum minderheitenfeindlich, wenn man sagt, jemand könne seine Gruppe verlassen und solle das auch tun. Genau dazu fordern Atheisten doch sogar in Bestsellerbüchern die Christen auf, ohne dass Herr Beck oder sonst jemand der Grünen damit ein Problem hätte. Wieso auch, es fällt unter die Meinungsfreiheit. Und solange Christen nicht zu Gewalt gegenüber Homosexuellen aufrufen, können sie sagen, was sie wollen.

Man kann diesen Fauxpas von Volker Beck als peinliche Entgleisung abtun, aber es geht um mehr: Mit dem „Minderheitenschutz“ haben die Grünen eine potente Ethik entwickelt, die es ihnen erlaubt, einerseits den Anschein als Hüterin der bürgerlichen Freiheiten zu wahren und gleichzeitig ihre eigene Ethik mit aller Gewalt durchzusetzen. Denn der Brief von Herrn Beck stellte das Christival mit der als verfassungsfeindlich eingestuften Organisation „Scintology“ auf eine Stufe. Eine schärfere Waffe eines Politikers gibt es nicht. Die Grünen haben sich von diesem Brief bis heute nicht distanziert.
Und wenn man den Anlass betrachtet, ein Seminar über die Möglichkeiten, von seinen homosexuellen Empfindungen loszukommen, dann ist klar: vor den ethischen Ansprüchen der Grünen schmelzen bürgerlichen Rechte wie Wachs im Feuer.

Die Grünen müssen akzeptieren, dass es nicht nur Minderheiten gibt, sondern dass sich viele dieser Minderheiten auch nicht grün sind. Das betrifft nicht nur Evangelikale und Homesexuellen-Verbände, sondern auch div. Ethnien und konkurrierende Weltanschauungen. Man kann diese Meinungsverschiedenheiten ärgerlich finden, man kann Stellung beziehen oder sie an offener Gewalt hindern, aber man kann sich nicht unter dem Mantel des Minderheitenschutzes auf eine Seite stellen und die andere Seite aus offenen Rohren beschießen. Dann wird nämlich aus dem vermeintlichen Schutz der Minderheiten ein Kampf, der nicht mehr unter Rückgriff auf Grundrechte sondern nur unter Verweis auf die eigene Ethik geführt werden kann. Hätte Herr Beck dies beherzigt, wäre statt eines kleinen Krieges tatsächlich eine Debatte entstanden, die in meinen Augen übrigens dringend überfällig ist.