Was bedeutet es, Staat und Kirche zu trennen?

Bedeutet die Trennung, dass Kirchen nicht als Parteien antreten dürfen? Darf der Bundeskanzler nicht gleichzeitig Kirchenoberhaupt sein darf? Darf er überhaupt in einer Kirche sein? Oder genügt es, wenn er versucht so zu entscheiden, als wäre er kein Christ? Wie sollte er dann entscheiden? Dürfen Christen wählen? Dürfen sie christliche Parteien wählen?
Fragen über Fragen. Dabei ist das Thema durchaus wichtig und hinter der Forderung verbergen sich tatsächlich historische Erfahrungen, die auch Christen auf die Notwendigkeit einer wie auch immer gearteten Trennung gestoßen haben.

Einige dieser Erfahrungen hätte man sich sparen können, wenn man die Bibel ernst genommen hätte.
Ich werde versuchen, hier einige Grundsätze aufzuzeigen:

1. Der Mensch ist nicht Gott. Diese schlichte Feststellung hat weitreichende Konsequenzen: es gibt keine „Gottkönige“, wie sie in der Antike üblich waren. Ein König, wenn ein Volk glaubt, nicht ohne ihn auszukommen, ist an Gottes Gebote gebunden. Er darf nichts von ihnen weglassen und nichts hinzufügen. Beides hieße, Unschuldige zu bestrafen und Schuldige zu schonen.
Jede Regierung ist Gott Gehorsam schuldig.

2Kön 23,25 „Seinesgleichen war vor ihm kein König gewesen, der so von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von allen Kräften sich zum HERRN bekehrte, ganz nach dem Gesetz des Mose, und nach ihm kam seinesgleichen nicht auf.“
1Sam 12,14 „Möchtet ihr doch den HERRN fürchten und ihm dienen und seiner Stimme gehorchen und dem Munde des HERRN nicht ungehorsam sein, und möchtet ihr und euer König, der über euch herrscht, dem HERRN, eurem Gott, folgen!“

Im NT hat sich daran nichts geändert. Die Apostel haben immer deutlich gemacht, dass die Gebote des Staates sie nicht betreffen, wenn sie Ungerechtigkeit erzwingen wollen, denn „Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen!“ (Apg 5,29) Da Christen grundsätzlich aber schuldig sind, den Staat zu respektieren und ihm zu gehorchen (Röm 13), kann man daraus das stillschweigende Verständnis voraussetzen, dass der Staat sich in seinem Bemühen um Gerechtigkeit selbstverständlich an Gottes Geboten zu halten hat.

2. Der Mensch besitzt ein begrenztes Urteilsvermögen weil er keine Einblicke in das Innenleben eines anderen Menschen nehmen kann.

1Sam 16,7 „Denn der Mensch sieht auf das, was vor Augen ist, aber der HERR sieht auf das Herz.“
Daraus ergibt sich der nächste Punkt:

3. Nicht das Wort, sondern das Werk zählt vor Gericht. Dem Staat obliegt es nicht, seine Bürger auf deren Bekenntnis hin zu richten. Dazu zählt auch der Eid, den manche für Einwanderer gerne vorschreiben würden. Wem nützt denn so eine Heuchelei? Die Lehre eines Menschen entspricht doch nicht unbedingt dem, was im Herzen ist, und kann natürlich geheuchelt sein. Hier zählt nur die Tat.

Siehe hierzu das Gleichnis von den ungleichen Söhnen (Mt 21,28ff): der eine sagt, er wolle gehorchen und gehorcht nicht, der andere sagt, er wolle nicht gehorchen aber gehorcht. Nur der Zweite hat den Willen Gottes getan. Dieses Gleichnis ist eine wichtige Warnung an Theologen, die sich viel mit Richtigkeiten beschäftigen, denn es zählt letztlich nur die Frucht. An ihr wird man erkennen, was wirklich im Herzen des Menschen ist und was nur ein Lippenbekenntnis.
Ein Gericht, dass also Irrlehren verurteilt, übersteigt seine Kompetenz. Denn dieses Lippenbekenntnis zählt nichts. Vor Gericht darf nur die Tat gelten.
Wenn über die mangelnde Trennung von Kirche und Staat in der europäischen Geschichte geklagt wird, dann handelt es sich in aller Regel um Verstöße gegen eben diesen Grundsatz!

Die Trennung von Staat und Kirche bedeutet also vor allem: der Staat darf sich nicht selbst überheben. Er darf nicht von Gottes Geboten abweichen, weil er sich dann selbst zum Gott machen würde. Es ist nicht seine Aufgabe, Lebensstile festzulegen, soweit sie nicht den Geboten Gottes widersprechen oder Gesetze zu erlassen, mit denen er nicht Unrecht verhindern, sondern ein Bewusstsein für etwas schaffen möchte. Es ist nicht seine Aufgabe, Bürger in ihrer sexuellen Entwicklung zu begleiten (im Gegensatz zu den Grünen, die – natürlich homosexuelle – Bürger eben hier unterstützen möchten. So steht es in ihrem Grundsatzprogramm). Er darf nicht eigenen Vorstellungen vom guten Leben und gerechten Zusammenleben zu verwirklichen suchen.
Und er darf nur äußerliche Vergehen richten, weil er nicht in die Herzen der Menschen sieht. D.h. auch, dass er keine Verbrechen mit dem Hinweis auf die Seelenlage eines Verbrechers entschuldigen darf. Der Staat führt ein sichtbares Schwert und darf es auch nur dort einsetzen, wo er etwas sehen kann. Ganz im Gegensatz zum Wort Gottes, das ebenfalls ein Schwert ist, aber die Gedanken im Innersten der Menschen richtet.

Hebr 4,12 „Denn das Wort Gottes ist lebendig und kräftig und schärfer als jedes zweischneidige Schwert und dringt durch, bis es scheidet Seele und Geist, auch Mark und Bein, und ist ein Richter der Gedanken und Sinne des Herzens.“
(und man darf das wohl als Hinweis auf seine Besonderheit verstehen, wodurch es von aller weltlichen Gewalt unterschieden wird)

Für die Kirche hingegen bedeutet die Trennung von Kirche und Staat, dass sie sich nicht auf die äußerlichen, politischen Themen verengen darf, weil sie sonst die Gerechtigkeit vor Gott und die Gerechtigkeit vor Menschen verwechselt. Jemand, der gut bürgerlich lebt, wird sich dann leicht für einen guten Christen halten, und jemand, der als Verbrecher in die Kirche kommt, findet keine Vergebung für sein zerknirschtes Herz, weil die Kirche nur die gleiche Gerechtigkeit wiederholt, die er auch von seinen Richtern kennt.

Ich weiß, dass man heute gerade die politische und „aktuelle“ Predigt rühmt. Aber steckt in diesem Urteil über eine Predigt nicht die Heuchelei der Gerechten, die gerne in dem unterrichtet werden möchten, was ihnen ohnehin keine Schwierigkeiten bereitet? Oder im schlimmsten Fall sogar an dem Vergnügen, die üblichen Verdächtigen, die man schon aus den Zeitungen kennt, wieder mal am Pranger zu sehen?
Wer stattdessen die Feindesliebe, Demut und Selbstverleugnung predigt, wird nie viel Lob erhalten. Aber dies ist das Amt in der Kirche. Denn nur wo Gottes Gerechtigkeit klar gepredigt wird, entsteht auch die Sehnsucht nach seiner Vergebung. Und sie zu predigen, ist dann die höchste Aufgabe der Kirche.

Die Motive der Einwanderungspolitik

Es gibt mindestens fünf Gründe dafür, Ausländer aufzunehmen:
1. Man benötigt Arbeitskräfte.
2. Man benötigt Know How.
3. Man benötigt Nachwuchs.
4. Man will helfen.

Am häufigsten wird allerdings der 5. Grund übersehen: Man will die Gesellschaft in eine bestimmte Richtung formen.
Und dieser Punkt ist vielleicht der interessanteste, weil hier das meiste Potential für Streit begraben liegt.

Im Parteiprogramm der CDU wird die Nächstenliebe als Grund genannt (Punkt 4), wobei ich nicht beurteilen kann, ob dieses Motiv in politischen Alltag besonders ernst genommen wird. Aber er verdient besondere Beachtung, weil er der einzige Grund ist, der von Umständen unabhängig ist. Zeit für Nächstenliebe ist immer, auch wenn es gerade weder Ansehen noch Nutzen bringt.

Wenn man aber im Parteiprogramm der Grünen, auf ihrer Internetpräsenz und in Interviews liest, merkt man schnell, dass für die Grünen der 5. Punkt sogar sehr zentral ist, wenn nicht das Hauptanliegen. Sie betonen immer – häufig als erstes – die Notwendigkeit, „Vielfalt“ zu schaffen und die „Akzeptanz verschiedener Religionen und Kulturen“. Das kann man wohl ungezwungen so übersetzen: Das Ziel grüner Einwanderungspolitik ist vor allem die Relativitierung des christlichen Erbes.

Das klingt für manchen vielleicht sogar weltoffen, ist es aber nicht. Denn man will natürlich nur die Religionen der Anderen relativieren. Und damit bei Ausländern auch keine falschen Erwartungen geweckt werden, will man zufünftig von „Multikultureller Demokratie“ sprechen, meint damit aber erheblich mehr, als das Bekenntnis zum Wahlrecht. Frau Künast „denkt“ hier auch an die „Stellung der Frau“, die ja eigentlich nur dann etwas mit Demokratie zu tun hat, wenn Frauen vom Wahlgang mit Gewalt abgehalten werden. Es ist wohl kaum übertrieben, hinter diesen Beispielen noch mehr zu vermuten, möglicherweise das ganze Repertoire grüner Religion, der sich alle verpflichten müssen.

Von einer christlichen Partei würde ich mir neben den ersten drei Punkten wünschen, dass hier Punkt 4 verwirklicht wird und man sich nicht aus Anbiederung an bestimmte Wählergruppen zu einem restriktiveren Ausländerrecht hinreißen lässt.
Die Bibel ist hier sehr eindeutig: Gott schützt den Fremden und unterstellt ihn wie alle anderen auch den Geboten Gottes.

2Mo 22,20 Die Fremdlinge sollst du nicht bedrängen und bedrücken; denn ihr seid auch Fremdlinge in Ägyptenland gewesen.
2Mo 23,9 Die Fremdlinge sollt ihr nicht unterdrücken; denn ihr wisst um der Fremdlinge Herz, weil ihr auch Fremdlinge in Ägyptenland gewesen seid.

Ebenso eindeutig ist die Bibel in ihren Forderungen:
2Mo 12,49 Ein und dasselbe Gesetz gelte für den Einheimischen und den Fremdling, der unter euch wohnt.
3Mo 18,26 Darum haltet meine Satzungen und Rechte und tut keine dieser Gräuel, weder der Einheimische noch der Fremdling unter euch –
3Mo 19,10 Auch sollst du in deinem Weinberg nicht Nachlese halten noch die abgefallenen Beeren auflesen, sondern dem Armen und Fremdling sollst du es lassen; ich bin der HERR, euer Gott.

Im Prinzip ist es nichts anderes als die Einwanderungspolitik der Grünen – zu der sie jetzt langsam finden. Mit allerdings einem Unterschied: eine christliche Politik würde natürlich nach christlichen Maßstäben Einwanderungspolitik betreiben und nicht nach den Maßstäben der Grünen.

Und wer weiß: vielleicht gibt es ja eine große Erweckungswelle in der arabischen Welt und das Christentum wird eher von furchtlosen, konsequenten Geschwistern aus dem Iran befruchtet.
Schon möglich, dass die Grünen dann ziemlich schnell das Interesse an Einwanderern verlieren…

Sollte dieser Fall eintreten, den niemand ausschließen kann, der die Kraft Gottes kennt, müssen wir uns aber auf jeden Fall vor der Heuchelei der Grünen hüten, die zwar multikulturelle Gesellschaft predigen aber selbst in bürgerlichen Gegenden wohnen, ihre Kinder von der Außenwelt abkapseln (in Kindertagesstätten in die nur Politikerkinder dürfen), ihre Kinder im Ausland zur Schule auf Eliteschulen schicken und sich in der Partei selbst auf ein paar Quotenvorzeigetürken beschränken.

Denn Nächstenliebe bedeutet auch, etwas auszuhalten und sich auch zu denen zu stellen, die eben nicht immer nur eine Bereicherung für mein Leben bedeuten.

Interview mit Renate Künast:

http://www.renate-kuenast.de/themen/integration/multikulturelle_demokratie_integration_und_religion/

Die Geschichte einer misslungenen Kastration

Am 22.81956 wurde Bruce Reimer und sein eineiiger Zwillingsbruder Brian im kanadischen Winnipeg geboren. Bei seiner Beschneidung wurde sein Glied so stark verletzt, dass es schwarz wurde und bald vollständig abfiel.
Nun entspricht es der gegenwärtigen political correctness, über den Verlust eines Penis zu schmunzeln, während man über den Verlust einer Brust niemals schmunzeln dürfte, aber für die Eltern war das Schicksal ihres Sohnes ein schmerzhaftes Erlebnis.

Im Februar 1967 sahen die beiden den Psychiater John Money im Fernsehen. Money behauptete in der Sendung, man könne aus Männern ohne weiteres Frauen machen. Die Eheleute Reimer glaubten, die Lösung für ihre Probleme gefunden zu haben: der Junge wird einfach eine Frau! Sie schrieben Herrn Money an, und erhielten umgehend Antwort. Was sie nicht ahnten war, dass Money seine Theorie mit schönen Worten und noch schöneren Transsexuellen unterhaltsam verbreiten, aber nicht mit einer einzigen Untersuchung belegen konnte. Denn Kritiker wiesen darauf hin, dass er bislang nur Geschlechtsumwandlungen an sexuell gestörten Menschen wie Trans- oder Intersexuellen durchgeführt habe, nie aber an einem gesunden normalen Jungen. Und eben hierfür erschien das Experiment „Bruce Reimer“ mit seinem Zwillingsbruder als Kontrollgruppe gerade recht. Volker Zastrow weist in seinem Buch „Gender – Politische Geschlechtsumwandlung“ darauf hin, dass die Begriffe „gender identity“, „gender role“ von John Money geprägt wurden. Er sei der einflussreichste wissenschaftliche Wegbereiter der Gender-Theorie, der zufolge das soziale Geschlecht (gender) bis zur vollständigen „Diskordanz“ abweichen kann: dass man also erfolgreich einen Jungen zu einer Frau oder ein Mädchen zu einem Mann erziehen könne.
Das Experiment wurde mit großer Aufmerksamkeit verfolgt und aus naheliegenden Gründen von Homosexuellen und Feministinnen begierig aufgegriffen. Alice Schwarzer lobte Money als „Ausnahmewissenschaftler“. Aber wie verlief das Zwillingsexperiment überhaupt?

Zunächst einmal begann es damit, dass dem 22 Monate alten Bruce die Hodensäcke entfernt und aus der Haut des Hodensacks rudimentäre Schamlippen geformt wurden. Für die beiden Jungs gehörten Ärzte und Therapeuten ab jetzt zum Alltag. Die Eltern und Verwandten erhielten strenge Anweisungen, Bruce und auch sonst niemanden über dessen wahres Geschlecht zu informieren und ihn konsequent als Mädchen zu behandeln. Aus „Bruce“ wurde „Brenda“. Doch obwohl die beiden Zwillinge ausgesprochen zarte und niedliche Gesichter besessen haben sollen, blieb „Brendas“ Verhalten jungenhaft: Er wollte lieber mit dem Spielzeug seines Bruders spielen als mit den Puppen, dem Schmuck und den Kleidern, die man ihm anbot. Er tobte, raufte und interessierte sich für Autos und Waffen. Money bewertete das Verhalten als „Wildfang“-Verhalten, wie es auch sonst bei Mädchen hin und wieder vorkäme. Aber sein Verhalten wurde immer auffälliger: er konnte nur durch besondere Gutachten in die Schule aufgenommen werden, konnte sich nicht integrieren noch die geforderten Leistungen bringen – im Gegensatz zu seinem eineiigen Bruder!
Ab seinem elften Lebensjahr quälte „Brenda“ sich mit Selbstmordgedanken. Aber „alle Anzeichen von Verwirrung und schließlich Verzweiflung, die das Kind zeigte, wurden von seinen Betreuungspersonen beiseite geschoben, uminterpretiert oder geleugnet.“
Für „Brenda“ waren die Besuche bei John Money – wie er später berichtete – „eine unerträgliche Qual“. Aber so sehr er sich schon als Vierjähriger dagegen sträubte, gegen seine Eltern konnte er sich nicht durchsetzen. In Zukunftsträumen beschrieb er sich als Mann mit Schnurrbart in einem Sportwagen. Mit beginnender Pubertät diagnostizierte Money bei Brenda eine „lesbische Veranlagung“, weil er sich von Mädchen angezogen fühlte.
Als Jugendlicher bekam „Brenda“ weibliche Hormone verabreicht, um den körperlichen Umbau der Pubertät einzuleiten. Zur Überraschung der Ärzte durchlief er aber dennoch den Stimmbruch, blieb allerdings kleiner als sein Bruder. Den nun anstehenden zahlreichen Operationen widersetzte sich „Brenda“ – jetzt 13 Jahre alt – so heftig, dass er nicht mehr zu den Arztbesuchen in Baltimore überredet werden konnte.
Erst jetzt sagten die Eltern ihren Söhnen die ganze Wahrheit, und „Brenda“ beschrieb seine Empfindung: „Ich war erleichtert. Plötzlich verstand ich, warum ich mich so fühlte, wie ich mich fühlte. Ich war kein komischer Kauz. Ich war nicht verrückt.“
Ab sofort wollte er als Junge leben, nannte sich „David“ (weil er gegen eine Übermacht gekämpft und gewonnen hat) und schluckte nun männliche Hormone. Später ließ er soweit wie möglich sein Genital operativ wieder herstellen und heiratete schließlich sogar.
Aber im Frühjahr 2004 erschoss sich David Reimer mit einer Schrotflinte; sein Bruder Brian nahm sich im Jahr zuvor mit Tabletten das Leben.

Nach 1980 verwendete Money den Fall Reimer nicht mehr in seinen Veröffentlichungen, blieb aber weiter bei seiner Behauptung. Aus feministischen Schriften wurde der Fall in den folgenden Jahren stillschweigend gestrichen – nicht jedoch die Theorie.

Dabei gab es gewichtige Entdeckungen im Bereich der Hirnforschung, welche die Vorstellung eines rein sozialen Geschlechtes widerlegten.

Money ordnete die mit Beginn des neuen Jahrtausends nach dem Bekanntwerden von David Reimers wirklichem Schicksal aufbrandende Kritik an seiner Arbeit und die verändete Haltung der Presse als „Bestandteil der antifemisnistischen Bewegung“ ein. Seine Gender-Theorie ist aus der nationalen und Internationalen Politik nicht mehr wegzudenken und bildet noch heute die Grundlage von Quotenregelung und Familienpolitik.

Literaturhinweis:

http://www.amazon.de/Gender-Politische-Geschlechtsumwandlung-Volker-Zastrow/dp/3937801138/ref=sr_1_1/302-4179261-5541620?ie=UTF8&s=books&qid=1188297704&sr=1-1

Ab wann besitzt der Mensch eine unantastbare Würde?

(Der folgende Text ist ein Auszug aus meiner Erwiderung zu dem Artikel „Die Frucht der Freiheit“ von Volker Gerhardt in der ZEIT Nr. 49 vom 27.11.03., in welcher dieser versucht hat, die Menschenwürde auf den Zeitpunkt der Geburt zu verlegen. Volker Gerhardt war zu jener Zeit Mitglied von Schröders sog. „Ethik-Kommision“. Der Text wurde von der ZEIT nicht abgedruckt.)

Gott selbst stellt jede unrechtmäßige Attacke gegen einen Menschen unter Strafe, weil er es als Angriff auf sein Bild wertet (Genesis 9,6). Weil die Unantastbarkeit des Menschen von Gott selbst gefordert wird, entzieht sie sich jeder von Menschen bestimmten Bedingung und Definition. Sie erscheint wie eine Eigenschaft, die dem Menschen objektiv zukommt, ohne sinnlich wahrnehmbar zu sein. Da keine weiteren Bedingungen gefordert sind als das „Menschsein“, kann man sich auf eine sehr biologische Grenze für die Menschenwürde zurückziehen: Der Mensch ist ein Lebewesen (so weit so gut). Als Lebewesen ist er ein Organismus, und Organismen müssen nur in einem bestimmten Medium mit Nahrung versorgt werden, um dann von ganz allein eine genetisch vorgeschriebene Entwicklung zu durchlaufen. Daraus ergibt sich die Definition: Ein Mensch ist ein Organismus mit menschlichem Erbgut. Eine einzelne menschliche Zelle enthält zwar das menschliche Erbgut, ist aber kein Organismus. Diese Unterscheidung ist in der Biologie üblich und wird selbst auf einzellige Lebewesen angewendet: Sie gelten als vollwertige Organismen mit nur einer Zelle und sind nicht analog zu den Einzelzellen zu sehen. Auch eine Stammzelle ist kein Organismus, solange sie nicht z.B. in die Hülle einer Mäuse-Eizelle eingepflanzt wird. Dass die Gegner der Stammzellforschung den Beginn des einzelnen Menschen in der Vereinigung der haploiden Chromosomensätze beider Elternzellen sehen, mag einen einfachen Grund haben: Durch die entsprechenden Debatten ist der Blick auf die Bedeutung des Gencodes fixiert worden. Dadurch entsteht leicht der Eindruck, ein Lebewesen sei eine Abfolge von Säuren. Man übersieht dabei aber leicht das komplizierte Zusammenspiel in einer Zelle, in der ein Gencode allein wenig ausrichten kann. Bei der natürlichen Vermehrung beginnt demnach der Mensch nach der Verschmelzung von Samen und Eizelle, auch wenn die Chromosomensätze noch getrennt sind.
Dieser rein biologische Zugang mag für manchen Geisteswissenschaftler wenig Charme haben. Er ist aber die einzige Möglichkeit, die Würde aller Menschen anzuerkennen. Selbst wenn man die für die Menschenwürde erforderlichen Kriterien noch so eng an die Definition des Menschen anschmiegt, werden zwei Gruppen von Menschen gebildet, und nüchtern betrachtet ist das ja auch der Sinn der ganzen Debatte. Der Umgang mit Kriterien ist aber riskant: Wenn sie nicht in einem willkürlichen Zeitpunkt bestehen, lassen sich auch immer Erwachsene denken, denen keine Menschenwürde zukommt. Gerhardt selbst spricht davon, dass der Mensch von der Gemeinschaft als Mensch aufgenommen wird. Wohl dem, der dieses Glück hat.
Und weshalb sollte sich eine Gesellschaft, wenn sie ohnehin selbst festlegen kann, wer Träger der Menschenwürde ist, unnötig einschränken? Weshalb sollte man sich dem Kind verpflichtet fühlen, nur weil man es geboren hat? Es gibt genug Beispiele für Kulturen, in denen die Eltern erst nach der Geburt und einer gründlichen Inspektion über das Lebensrecht des Kindes entschieden haben. Und dass dies auch in Deutschland bereits möglich ist, zeigen Einzelfälle, die aus den Kliniken an die Öffentlichkeit dringen.
Man kann die unbedingte Menschenwürde also nicht von einer rein biologischen Definition des Menschen trennen. Es gibt hier keine eher konservative oder eher liberale Auffassung, denn der Bruch, der mit der Trennung von dem Mensch als Lebewesen und dem Träger der Menschenwürde eintritt, kann grundlegender kaum sein: Jetzt fängt die Suche danach an, was einen Menschen würdig erscheinen lässt. Menschenwürde kommt dem Menschen nicht mehr zu, sondern wird zu einer Eigenart des Betrachters. Der hält typischerweise etwas für würdig oder nicht; die Menschenwürde des Objektes wird ersetzt durch die Humanität des Subjektes. Statt sich auf ein Grundrecht zu berufen, kann man dann nur noch sagen, was man selbst für schützenswürdig hält.

Christliche Wirtschaftspolitik in 3 Minuten

Kapitalismus und Sozialismus sind sich mindestens in einer Frage einig: entscheidend für das Wohl eines Volkes ist das richtige Wirtschafts“system“. Und genau das ist offensichtlich falsch:
Die meisten magischen Kulturen beispielsweise kennen vermutlich keine staatliche Lenkung des Wirtschaftslebens, und dennoch haben sie nichts entwickelt, was dem wirtschaftlichen Verhalten der Industrienationen auch nur ähnlich sieht. Andererseits haben sich in „sozialistischen Staaten“ mit einer Politik der Enteignung und Lenkung nie Gesellschaften entwickelt, in denen Besitz wirklich keine Rolle mehr spielte.
Sowohl der Kapitalist als auch der Sozialist haben ihre Rechnung ohne den Menschen gemacht. Es sind nämlich Menschen, die planvoll wirtschaften oder in den Tag hinein leben, es sind Menschen, die gierig sind oder deren Ideal in Armut besteht.

Welche Konsequenzen hat diese Beobachtung aber für die Wirtschaftspolitik? Zunächst einmal die, dass sie bestimmte Dinge NICHT tut, nämlich die Wirtschaft anzukurbeln, indem sie der Wirtschaft mehr Skrupellosigkeit durchgehen lässt, oder das Elend abbauen will, indem sie mehr umverteilt (das Experiment ist schon oft genug gescheitert).

Das einzige, was ein Staat wirklich machen kann, ist das Eigentum – das Kapital – der Bürger zu schützen. Eigentlich sollte wirtschaftliches Handeln zwar immer von der Liebe bestimmt sein, aber der Staat kann nicht ins Herz sehen und darf daher nur eingreifen, wenn ein handfestes Vergehen vorliegt. Und das ist spätestens dann erreicht, wenn jemand seine Existenzgrundlage verliert.
Hier unterscheidet sich christliche Wirtschaft sowohl von Kapitalismus als auch von Sozialismus: der Kapitalismus sieht kein größeres Problem darin, wenn ein kleiner unrentabler Betrieb von einem größeren geschluckt wird – da ja der Allgemeinnutzen wächst. Und der Sozialismus würde, damit genau das nicht geschieht und sich immer mehr Kapital bei immer weniger Menschen anhäuft, während die anderen verelenden, gleich alle enteignen.

Christliche Wirtschaftspolitik muss hingegen den kleinen Betrieb schützen, weil er die Lebensgrundlage seines Besitzers. Sie verbietet also kein Eigentum sondern schützt es gerade bei allen! Und sie sieht im Gegensatz zum Kapitalismus auch das Elend des Einzelnen und opfert ihn nicht dem Allgemeinnutzen – der dann in Form von schlechterer Qualität und höheren Preisen durchaus leiden darf. Ansonsten besteht aber Entscheidungsfreiheit in allen Handelsbeziehungen, so wie ja auch sonst ein größtmögliches Maß an Freiheit anzustreben ist.

Diese Wirtschaftspolitik vermeidet zum Einen eine Kapitalakkumulation auf Kosten einer größer werdenden Gruppe abhängig arbeitender Menschen und sie rückt die Bedeutung des Erbes wieder neu in den Blick. Das Erbe ist der Anteil, den ich nicht erarbeitet habe, sondern der mir aus Gnade zufällt. Diesen Gedanken scheinen heute wenige guten Gewissens und offen genießen zu können, aber er ist wichtig, weil er das Bewusstsein der Abhängigkeit von Gott fördert.
Der Angestellte hingegen wird nur für seine Leistung bezahlt. Sein Wert bestimmt sich nach seiner Funktion (auch hier ist es kaum ein Zufall, dass die Lehre vom freien Markt im gleichen Land und im gleichen Jahrhundert entstanden ist, wie die Evolutionstheorie!) und sowohl Kapitalismus als auch Sozialismus verwenden ihn in ihrem Sinn: im einen Fall wird der Mensch zu einem Teil in einer Bewegung im anderen Fall zu einem Rädchen im Getriebe. In beiden Fällen ist der Mensch durch seine Funktion oder Aufgabe bestimmt.
Eine christliche Wirtschaftsethik muss dagegen deutlich machen, dass ein Mensch sich weder sein Existenzrecht selbst erkämpfen muss, noch von der Gruppe zugeteil bekommen. Es fällt ihm von Gott zu und ist für andere nicht verfüg- und verhandelbar. Und diese Gnade kommt nirgendwo besser zum Ausdruck als im Erbe eines Kapitals.
Es ist also die höchste Aufgabe einer christlichen Wirtschaftspolitik, gerade die kleinsten Unternehmen und Familienbetriebe vor Übergriffen zu schützen und auch nach einem Zusammenbruch wieder aufzurichten – eventuell durch entsprechende Insolvenzverfahren, an deren Ende dann nicht das Null-Konto, sondern wieder das lebenserhaltende Eigenkapital steht.

„Du sollst nicht zum Pfande nehmen den unteren und oberen Mühlstein; denn damit hättest du das Leben zum Pfand genommen.“
(5Mo 24,6)

Politische Entscheidungen könnten so aussehen (nur eine Auswahl):
– Abschaffung der Erbschafts-, Unternehmens – und aller möglicher anderen Steuern, von deren Existenz ich gar nichts wissen will…
– Abbau der Dokumentationspflichten für kleine Unternehmen und die weitestgehende Vereinfachung eines Einstiegs in die Selbstständigkeit
– ein unternehmerfreundliches Insolvenzrecht mit dem Recht, das eigene Unternehmen nach einem Verkauf jederzeit wieder zurück zu kaufen.
– das Verbot von Geschäftskettenbildung u.ä.
– Mindestlöhne (jemandem nicht genug zum Leben zu geben, obwohl er arbeitet, ist mit nichts zu entschuldigen)
– strenges Vorgehen gegen Preisdumping
– Arbeitsangebote für Arbeitslose statt Sozialleistungen
– vermutlich fällt mir später noch mehr ein… (in den Kommentaren gehe ich z.T. näher auf diese Punkte ein)

Der Monotheismus kam nicht aus Ägypten

Wieso gehen eigentlich immer alle davon aus, dass Israel von anderen Religionen abgekupfert hat? Gerade im Hinblick auf das zentrale Element, nämlich den Glauben an den einen Gott, der Himmel und Erde erschaffen hat, ist das, wie sich zeigen wird, sogar extrem unwahrscheinlich.

Unter den Religionen nehmen die monotheistischen eine Sonderstellung ein. Zur Zeit des alten Israels gab es m.W. außer dem Glauben an Jahwe keinen zweiten Monotheismus, so dass man sich fragte, wie es zu diesem Phänomen kam, denn als guter Religionswissenschaftler glaubt man natürlich nicht an einen Gott, der sich offenbaren könnte.

Die einzige Quelle, die überhaupt in Frage kommt, ist der Sonnenkult Echnatons, den dieser tatsächlich zu einem Quasi-Monotheismus ausgebaut hat. Was ihm fehlt, ist allerdings die Bildlosigkeit.

Der Spiegel hat in seiner Ausgabe vom 22.12.06 (Titel „Gott kam aus Ägypten“) versucht, die These zu verbreiten, der Anfang des Glaubens an ein höchstes Wesen liege in Ägypten. Mose sei demnach eine „Gedächtnisspur“ an Echnaton gewesen

Diese Theorie, so bissig sie auch erzählt wird, kann allerdings viele Fragen nicht beantworten:
Wieso sollten gerade die Juden so fasziniert von dem Sonnenkult gewesen sein, der doch von der übrigen ägyptischen Bevölkerung bald vergessen wurde? Er gilt manchen als regelrechte Herrscherreligion, die im Volk nie große Verbreitung fand.
Und wenn die Juden aus irgendwelchen Gründen den Kult angenommen hätten, wieso sollten sie nicht selbst den Glauben an Gott ins Land gebracht sondern ihn von dem verhassten Pharao übernommen haben?
Und wieso um alles in der Welt, sollen sie den Sonnenkult seines zentralen Elementes – der Sonne! – beraubt haben?
Wie kann ein einzelner Gegenstand als Herrscher und Schöpfer aller anderen Dinge und Lebewesen angesehen werden? Ein ähnliches Vorgehen hat es sonst nirgendwo gegeben und hier liegt doch gerade der Grund, weshalb Monotheismus und Bildlosigkeit so eng zusammen gehören. Die Vorstellung an den einen Gott, der über allem steht und alles geschaffen hat, übersteigt doch gerade die Verehrung irgendwelcher Einzelgeschöpfe.

Diese Theorie klingt also eher verzweifelt als überzeugend.

Sie wird noch unwahrscheinlicher, wenn man sich die Sonnenhymnen Echnatons genau ansieht, in denen der Monotheismus deutlicher hervortritt, als in anderen Schriften.

Im großen Sonnenhymnus heißt es beispielsweise:
„(Du) lässt Foeten in den Frauen entstehen,“
Die Sonne? Vermutlich hat auch der Autor gemerkt, dass das erklärungsbedürftig ist und schreibt weiter „indem (du) „Wasser“ zu Menschen machst;“
Das erklärt natürlich gar nicht. Es klingt so, als sei hier ein älterer Hymnus, der ursprünglich an Gott gerichtet war, hier auf den Sonnengott umgeschrieben worden und hänge nun an diesem wie ein zu großes Kleid.
Noch deutlicher ist die Stelle „Nachdem du aufgegangen bist, leben sie (die Geschöpfe); gehst du unter, sterben sie.“ Das ist eine offensichtliche Übertreibung, denn natürlich stirbt niemand, nur weil die Sonne untergeht. Die Quellen sind hier aber einigermaßen gut greifbar. Der Psalm 104 ist dem großen Sonnenhymnus so ähnlich, dass man hier eine Abhängigkeit der beiden Texte fast annehmen muss: entweder diente der eine dem anderen als Vorlage oder beide gehen auf ältere Motive zurück – was ich hier am wahrscheinlichsten finde. Denn beide haben zu viel eigenes Material.

Im zuletzt genannten Textabschnitt finden sich enge Parallelen zu folgenden Passagen aus Ps. 104:
In den VV. 20 – 22 wird ebenfalls der Lauf der Sonne beschrieben – und zwar jetzt so, wie es auch tatsächlich der Fall ist (niemand stirbt bei ihrem Untergang, sondern z.B. die Tiere des Waldes regen sich). In den VV. 29-30 wird Gottes Kraft Leben zu zerstören und zu erschaffen an seinen Odem gebunden. Dieses Motiv passt ausgesprochen gut zu dem Lebensodem der Menschen, der in den Sprachgebrauch eingegangen ist und stimmig mit dem Motiv zusammen passt, dass die Lebewesen ihren Odem von Gott erhalten.

Es ist also sehr wahrscheinlich, dass Echnaton unter dem gewaltigen Eindruck des Gottes der Israeliten selbst versucht hat, aus den vorhandenen religiösen Motiven Ägyptens eine ähnliche Theologie zu entwickeln. Es dürften wohl gerade die Plagen und der Auszug aus Ägypten gewesen sein, die zu dieser einzigartigen Phase in Ägyptens Geschichte führten.

CDU ohne C – Christliche Kleinparteien fusionieren für Superwahljahr 2009!

Es rumort in der CDU … Viele Konservative können sich in dem linksliberalen Kurs der Parteivorsitzenden Frau Merkel nicht mehr wiederfinden. Glänzend auf den Punkt bringt dies eine in der Tageszeitung DIE WELT veröffentlichte Protestnote von Wulf Schönbohm, dem Bruder des nach eigenen Aussagen letzten Konservativen der CDU, dem Brandenburger Innenminister Jörg Schönbohm.
Wulf Schönbohm wirft Angela Merkel vor, sie ruiniere das konservative Profil der Union und mache sich zum blinden Erfüllungsgehilfen der linken Mitte – auch auf Kosten ihrer eigenen Pateifreunde. Wenn dies so weitergehe, würde die Union untergehen. Schönbohm erwähnt neben Personalquerelen der CDU Themen wie
Antidiskriminierungsgesetz, Kernenergie, Klimaschwindel, Krippenausbau. Aus unserer christlich-konservativen Sicht fehlen mindestens noch die Themen Abtreibung, Homo-Ehe, Stammzellforschung und Islamisierung auf der Unzufriedenheits-Agenda.
Aber weiter mit Schönbohm, denn seine Schlußsätze haben schon etwas prophetisches, wenn er meint: „in der linken Mitte tummelt sich bei uns alles, die rechte Mitte kann nur von der Union besetzt werden. Tut sie dies nicht, lädt sie eine neue Partei dazu ein, diese Marktlücke zu schließen. Und dann gute Nacht, Union!“
Und diese neue christliche Partei soll gerade gegründet werden!
Interessanterweise gibt es hierzu noch überhaupt keinen Presseartikel. Wie aus einem passenderweise mit der diesjährigen „Neues wächst“-Jahreslosung beginnenden Mitgliederbrief der Partei Bibeltreuer Christen hervorgeht, wird zur Zeit fleißig an einer neuen christlichen Plattform „Aufbruch ´09“ gearbeitet. „Am 20. April trafen sich 25 geistliche und politische Leiter in Baunatal bei Kassel. Hartmut Steeb, Prof. Dr. Buchner (Bundesvorsitzender der ÖDP), 9 Vertreter der PBC, 3 Vertreter der Zentrumspartei, 3 weitere Geschwister aus der ÖDP, Uwe Dahlke (CZK), Michael Winkler (Forum Leben Netzwerk), Micha Siebeneich (Treffpunkt Leben Ditzingen), Joost Reinke (freikirchl. Beauftragter beim Landtag NRW), Claus Philippin (ICCC Deutschland), Gerard Geijtenbeek (CU), Vertreter von Kaleb e.V. und Christdemokraten für das Leben, sowie Horst Koch (JmeM Altensteig). Verschiedene Aspekte und Fragen wurden behandelt, aber in einem Punkt waren sich alle einig: Jesus will, dass die Christen in der Politik zusammenrücken und es ist Kairos, also der von Gott geschenkte, richtige Zeitpunkt dafür. Ursprünglich wollten wir die Frage: „Ist Aufbruch `09 von Gott?“ bis Ende Juni 07 geklärt haben. Zunächst Ende März in Gnadenthal war den Teilnehmern schon klar: ja, es ist so. In Kassel Ende April hat sich das wiederholt: die Teilnehmer sagen, „wir brauchen nicht mehr wiederzukommen im Juni. Es ist jetzt schon klar.“

CDU ohne C – Christliche Kleinparteien fusionieren für Superwahljahr 2009!

Kapitalismus und Multikulturalismus scheitern aus den gleichen Gründen

Der Kapitalismus ist der Glaube an die unsichtbare Hand des Marktes, die aus eigennützigen Entscheidungen den Nutzen für alle schafft. Hier wird aber bezeichnenderweise ergänzt: der Staat muss aber auf die Einhaltung der Spielregeln achten!

Nach einem ähnlichen Muster soll auch eine multikulturelle Gesellschaft funktionieren: alle sollen leben, wie sie wollen, solange sie sich an die Gesetze halten.

Beides ist naiv, wie man sehr leicht zeigen kann: in der Ethik gibt es nämlich kein gutes oder schlechtes Verhalten, sondern nur gute oder schlechte Menschen.
Wenn jemand seinem Freund in die Nase kneift, kann man nicht sagen, ob das Verhalten gut oder böse ist. Tut er es, um seinen Freund zu ärgern, ist es verwerflich, will er damit aber Kinder im Krankenhaus aufmuntern, ist es edel. Entscheidend ist also offensichtlich die Motivation. Und auch hier muss man weiter fragen: wieso hat er diese Motivation? Will er sich selbst in dem Gefühl weiden, ein guter Mensch zu sein? Will er seine Chancen auf eine Beförderung verbessern? Will er die Kinder glücklich machen?
Dieses Zurückfragen führt zu keinem Ende, bzw. es endet irgendwo in den Tiefen unserer Persönlichkeit. Aus diesem Grund kann man sagen: es gibt nur gute oder schlechte Menschen, oder wie Jesus es sagte „Ein guter Baum bringt gute Früchte, ein schlechte Baum nur schlechte Früchte hervor“ (sinngemäß zitiert).

Dieser Umstand bedeutet aber auch, dass man Ethik nicht sinnvoll betreiben kann. Man kann aus Prinzip keine Regel für gutes Verhalten erstellen, und das ist ja irgendwie das Ziel der Ethik.
Jede ethische Regel lässt sich mit etwas Übung leicht austricksen.

Wenn man aber keine Ethik formulieren kann, kann man sie auch nicht positivistisch in Gesetzesform bringen! Ein Gesetz, das den Anspruch hat, alle Verbote ausdrücklich zu benennen, scheitert aus grundsätzlichen und zwingenden Überlegungen, denn vermeintliche juristische Lücken gehören hier in Wahrheit zum System. Meines Wissens hat man den Versuch des Rechtspositivismus auch aufgegeben.

Ganz besonders heikel wird dieser Umstand aber erst, wenn man unter diesen juristischen Umständen ausdrücklich den Wert des Eigennutzes lehrt, solange er sich innerhalb der juristischen Grenzen abspielt.
Ein Beispiel: in Berlin gibt es Autowäscherbanden, deren Mitglieder das Verkehrschaos der Hauptstadt nutzen, um die Scheiben der wartenden Autos zu reinigen – ob man will oder nicht. Anschließend werden die Fahrer natürlich zur Kasse gebeten. Wenn die Polizei kommt, verschwinden sie, aber rechtlich kann man wohl nicht viel gegen sie machen, weil unser Recht so eine Form der Kriminalität einfach noch nicht kennt. In anderen Ländern ist das Vorgehen durchaus üblich.

In der Wirtschaft sind die Beispiele von nicht-belangbarem Fehlverhalten etwas besser dokumentiert, weshalb ich mir hier die Aufzählungen von Beispielen spare.

Einen Ausweg bietet nur ein Rechtssystem, dass den Rückgriff auf seine zugrundeliegende Weltanschauung nicht scheut und seine Gesetze als Rechtsprinzipien versteht, so wie es im Alten Testament mit den Fallgesetzen praktiziert wurde.

Ich bin trotzdem für eine freie Marktwirtschaft und für die Trennung von Kirche und Staat, aber das begründe ich aus Platzgründen in anderen Beiträgen.

Homosexualität ist nicht vererbbar

Wäre Homosexualität vererbbar, wären eineiige Zwillinge immer beide schwul oder beide nicht schwul. Tatsächlich ergibt sich eine Korrelation von etwa 50 %, d.h. wenn jemand homosexuell empfindet und einen eineiigen Zwilling hat, liegt die Wahrscheinlichkeit, dass der Zwilling ebenfalls homosexuell empfindet, bei 50%. Bei zweieiigen Zwillingen beträgt die Wahrscheinlichkeit immer noch 20%, was ebenso deutlich auf die sozialen Komponenten bei der Entwicklung einer Homosexualität hinweist. Die ist auch recht gut untersucht. Beispielsweise steigt die Wahrscheinlichkeit, selbst homosexuell zu empfinden mit jedem weiteren großen Bruder um 33%!

Man kann durchaus von einer recht starken genetischen Disposition sprechen, aber man kann nicht sagen, Homosexualität sei vererbbar. Und genetische Dispositionen lassen sich für praktisch jedes Empfinden und Verhalten nachweisen – beispielsweise auch für Alkoholismus! Auch hier wird natürlich nicht die Alkoholsucht vererbt, wohl aber bestimmte Merkmale, welche diese Begünstigen. In diesem Fall geht man meines Wissens derzeit davon aus, dass eine auffallend hohe angeborene Alkoholverträglichkeit bei vielen Alkoholikern der Auslöser für eine Suchtgeschichte wird. Vielleicht, weil dadurch früh ein nachlässiger Umgang mit Alkohol geübt wurde, vielleich, weil die Verträglichkeit ein paar mal zu oft zur Schau gestellt wurde.
Dieses Beispiel soll nur zeigen, was es bedeutet, eine genetische Disposition für etwas zu haben, nämlich fast gar nichts.

Allerdings ist die Frage gleich in zweierlei Hinsicht ethisch irrelevant:
1. Selbst wenn Homosexualität allein durch Umwelt und Erziehung entstünde, bedeutete dies noch lange nicht, dass das Empfinden frei gewählt wurde! Auch anerzogenes und aufgeprägtes Verhalten oder Empfinden ist ein Paket, mit dem man irgendwie klarkommen muss und das man nie selbst gewählt hat.

2. Selbst wenn Homosexualität vererbbar wäre (d.h. 100%ige Korrelation in Zwillingsstudien), ist dies kein ethischer Freibrief. Wenn es beispielsweise eine vererbbare Vorliebe für Tigerfleisch gäbe (im Zweifelsfall gibt es so etwas sogar), wäre es trotzdem nicht entschuldbar, eine vom Aussterben bedrohte Tierart zu essen.
Vielleicht findet jemand sogar die genetische Disposition für Schwulenfeindlichkeit, wäre das dann ein Argument gegen das Antidiskriminierungsgesetz? Das würde wohl kaum jemand gelten lassen.

Tatsächlich gehört es zum Alltag eines Christen, sich gegen seine sündige Natur zu stellen. Homosexuelle werden hier nicht stärker benachteiligt als Menschen mit einer angeborenen Disposition zum Jähzorn oder zur Eitelkeit. Es ist dabei völlig gleichgültig, welchen Anteil daran Gene und Umwelt haben. Der Kampf gegen die Sünde ist aber gleichzeitig auch ein Zeugnis der Auferstehung, denn wir sterben dieser Welt – auch unserem Körper – ab, und richten unsere Hoffnung ganz auf das ewige Leben, in dem wir unter den Gegensätzen zwischen Sein und Sollen, zwischen Wunsch und Wirklichkeit nich mehr leiden müssen.

http://www.narth.com/docs/gene-ger.html

Plädoyer für einen schwachen Staat

Keine Religion der Welt kommt mit weniger Staat aus, als das Christentum.

Der Staat übernimmt bislang die Aufgabe des Königs, der die Kraft eines Volkes repräsentiert, für die Einheit sorgt und nach außen repräsentieren kann.
Der Staat betätigt sich als Priester, indem er an Gedenktagen oder an Gedenkorten für sein Volk büßt, und der Staat ist Prophet, indem er Gesetze erlässt und durch sie das Bewusstsein für Richtig und Falsch, für Gut und Böse erschafft.

Keine dieser Funktionen stehen ihm zu, denn Jesus ist für uns König Priester und Prophet in einem. Wir benötigen keinen starken Menschen an der Spitze, keinen Repräsentanten in teuren Autos. Wir benötigen auch keinen Menschen, der sich um unsere Schuld kümmert oder unser Bewusstsein prägen möchte.

Die wenigen Aufgaben, die noch bleiben sind: das Gesetz Gottes auslegen, Kriege führen und gegebenenfalls einen losen Rat aus gewählten Vertretern verschiedener Gebiete einzuberufen.
Von diesen Parlamenten sollte es aber möglichst viele geben, damit die einzelnen Vertreter wirklich als Personen entsandt werden können und nicht einfach als Vertreter einer Partei gewählt werden. Die Parlamentarier sollten nur zu bestimmten Zeiten zusammenkommen und dieses Amt nicht hauptberuflich erfüllen, da sonst automatisch eine Oligarchie entstünde.

Eine derartige Gemeinschaft kleinster Bevölkerungssplitter könnte international nie zu Ehren kommen, es gäbe keine repräsentativen Großprojekte, aber es wäre ein Leben mit niedrigen Steuern und viel Gerechtigkeit (O.K. die Reihenfolge stimmt nicht ganz).

Sollte es eine christliche Politik in Deutschland geben, sollte es ihr anhaltendes Ziel sein, die Kommunen zu stärken und Politik immer von oben nach unten zu delegieren und damit genau dem gegenwärtigen Trend entgegen zu wirken.

Solange es diese Regierungsform nicht gibt, gehorchen wir der irdischen Obrigkeit soweit wie möglich und freuen uns auf die Wiederkunft Christi.

Was haltet ihr von dem Entwurf?