Hipster Christianity aufgepasst: Biblische Orthodoxie ist das neue Vinyl

Postevangelikale sind eine durch den bundesrepublikanischen Bildungsboom der 70er und 80er Jahre geprägte, von ihrer kleinbürgerlichen evangelikal-frommen Elterngeneration entfremdete politisch und spirituell progressiv orientierte Akademikergeneration.
Sie hat sich auf den ultrahippen Weg in eine immer einzigartiger werdende eigene Identität begeben.
Sie wird aber feststellen, dass der Synkretismus aus postevangelikaler Spiritualität und politischem Progressivismus mit der Realität ihrer Lebenserfahrung absolut nicht in Deckung zu bringen ist.
Letztendlich wird das dazu führen, daß ein kleiner Teil dieser Generation seine Erfüllung darin finden wird, sich das Theologisch Alte, in sich Stimmige, Konservative im Rahmen der biblischen Orthodoxie auf hohen intellektuellem Niveau zu erarbeiten und an die eigenen Kinder weiterzugeben.

Besser als Gofi  auf HossaTalk#89 [52:02-52:40] kann man das eigentlich nicht formulieren:
>>Ich hätte gerne alte Dinge, ich hätte gerne Erkenntnisse, Grundlagen, die sich schon über einen langen Zeitraum bewährt haben. Ich hab überhaupt kein Interesse daran das Evangelium und die Liturgie neu zu formulieren. Ich hab da kein Bock drauf. Ich hab keinen Bock auf neue Gebetstexte und neue Lieder und neue Gottesdienstformen und neue Liturgien und so, die wir uns dann beim Spazieren gehen alle gegenseitig vorsingen. Ich hab da kein Bock drauf. Was ich gerne möchte ist, etwas das bewiesen hat, dass es bleibt! Da hab ich Bock drauf!<<

Diejenigen jedoch, die den konservativen Exit nicht finden, enden in Verzweiflung, Depression, Vereinzelung oder in einem „Anything goes“-Agnostizismus, der ihr hungriges Herz nicht satt machen und sie Gefahr laufen läßt in den Sumpf der Süchte geführt zu werden.

Nachtrag vom 1.6.18:
Im besten Satz von „WEITERGLAUBEN“ [Thorsten Dietz] geht es doch tatsächlich genau um diesen meinen kleinen popkonservativen Stamm:

>>Zu Recht weisen manche Christen darauf hin, dass konservative Glaubensvorstellungen nicht einfach als Zeichen kultureller Rückständigkeit gewertet werden können. Gar nicht so wenige Christen verbinden einen z.B. modernen Musikgeschmack und gehobene Bildung mit traditionellen Familienwerten und konservativer theologischer
Lehre.<<

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Autor: Reinhard Jarka

Reinhard Jarka, * 1963, Arzt & postprogressiver PopKonservativer, wiederverheiratet, fünf Kinder, Blogger & Indie-DJ, Pop-Journalist, Content-Manager, ehemaliger Chefredakteur HOS multimedica (Bertelsmann/Springer) Kindheit und Jugend im nordhessischen Pietismus, dann 15 Jahre postevangelikaler Skeptiker, Wiedereinstieg als Charismatiker mit anschließender Ernüchterung durch Reformierte Theologie (New Reformed: Piper, Driscoll, Keller), 2012 erstmals Teilnahme am "Evangelium 21"-Kongress in Hamburg. Aktuell Mitglied EKD-Gemeinde Brück bei Pfarrer Helmut Kautz und Besuch der LKG Werder. Seit 2017 Mitglied beim "Netzwerk für Bibel und Bekenntnis"

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